Computerspieletester trinken keinen Cava am Strand

Hallo meine Lieben,

was für eine aufregende Urlaubswoche, die da hinter mir liegt! Nicht nur, dass meine Mama zu jeder(!) Zeit, dafür gesorgt hat, dass ich nicht vom Fleisch falle (Mittwochs Abends noch einen Schweinebraten und daheim wieder scheinheilig die Becel auf’s Brot). Nein, der Fuchs hatte tatsächlich mal die Muse, sich der intensiven Recherche nach einem fahrbaren Untersatz für uns zu widmen. Nun sind wir plötzlich motorisiert und das Beste daran: Die Verkäuferin war niemand andere als die Chefredakteurin eines namhaften PC Spielemagazins und dies wiederum ist das(!) PC Spielemagazin, mit dem ich groß geworden bin. Dieses Jahr feiert es gar schon 20-jähriges Jubiläum. Ich kenne es seit der 2. Ausgabe. Ganz billig war’s nie. Schon damals war man mit 4 Mark dabei und das war teuer. Aber ich war immer ein großer Fan und werde nie vergessen, wie groß die Freude war, wenn die Mama die neue Ausgabe vom Einkaufen mitgebracht hat. (Ich werde auch nie vergessen, wie groß meine Entrüstung 10 Jahre später war, als eben diese Mama die umfangreiche Sammlung vom Speicher in die Papiertonne befördert hat, ohne sich vorher die Freigabe dazu einzuholen). Mit zwölf habe ich auch einmal einen Leserbrief geschrieben. Auf einer mechanischen Schreibmaschine wohlgemerkt. Da musste man richtig dolle auf die Tasten drücken und immer schön einen Buchstaben nach dem anderen, damit sich die kleinen Hämmerchen nicht verheddern. Und er wurde abgedruckt. Ich weiß noch, dass ich ihn aus der Zeitschrift ausgeschnitten und (wortwörtlich) über’s Bett gehängt hatte. Mein Traumberuf stand fest: Computerspieletesterin für ein Magazin. Das literarische Talent war jetzt ja wohl bewiesen. Sollte ich den Leserbrief jemals nochmals online recherchieren können, gebe ich ihn an dieser Stelle gerne unzensiert wieder. Was wollte ich eigentlich erzählen? Ja genau, da sitzen wir also mit der Chefredakteurin und Ihrem Mann im McDonalds und überreichen uns feierlich verschiedene Sachen wie Geld und Fahrzeugpapiere. Und dann traue ich mich doch noch zu fragen, ob ich ein Autogramm von ihr bekäme. „Nicht im Ernst, oder?“ Sie hebt die Augenbrauen und ich ermutige Sie: „Doch, doch!“. Ich ziehe aus dem Rucksack eine nagelneue Ausgabe (extra nicht verknickert) und einen Edding heraus. Ob sie nicht zufällig einen Job für mich hat. Sie schüttelt bedauernd ihren Kopf und eine innere Stimme sagt „winke winke Traumjob“. Wahrscheinlich denkt sie, ich bin ein Freak. Dabei hat sie selber ein abgelutschtes Magnum-Stäbchen in der Seitentür liegenlassen!


Während ich dies schreibe, sitze ich gerade am Flughafen auf dem Weg zurück von Barcelona nach Stuttgart. Hier war ich die letzten beiden Tage. Damit niemand denkt, ich mache Urlaub: Selbstverständlich in offizieller Mission!
Ich war bei SEAT und konnte den Herren dank vielen Monaten in Argentinien in (ganz bestimmt!) perfektem Spanisch alles erklären. Danach ging es zum Mittagessen ins Tropico Hotel direkt am Strand. Sonnenschein und blauer Himmel mit Schäfchenwolken.

Ich trinke mit den spanischen Kollegen erst mal einen Sherry auf der Terasse als Aperitif, kaue grüne Oliven als Vorspeise und genieße das Meer unmittelbar vor uns und die sanfte Briese. Hab ich den getrockneten Schinken schon erwähnt? Danach gibt es frischen Fisch und Cava der feinsten Sorte. Ich denke mir: manchmal ist mein Job gar nicht so schlecht 😉 und nehme noch einen großen Schluck aus meinem Glas. „Olé!“ macht die interne Stimme.
Arbeiten und leben in Spanien wäre bestimmt sehr angenehm. Binnen kürzester Zeit könnte ich mich 1A anpassen und als spanische Señora durchgehen. Beim Blick aus der großen Panoramascheibe sehe ich nun portugiesische Flugzeuge vor mir. Ich glaube, der Cava wirkt noch ein bisschen nach. Ich nehme noch einen großen Schluck. Diesmal aus der Wasserflasche. Heute bin ich wieder bis spät abends nicht zuhause. Gibt es Traumjobs? Ich weiß nicht…

Hasta pronto,

la chica de las ambiciones

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