Archive for the ‘Olle Kamellen’ Category

18.07.2006 – Sonntag morgen war nur das Handy aus

April 1, 2007

Hallo Fans,

ich habe gestern die Ereignisse des vergangenen Sonntags erst noch wirken, sich deren Folgen erst in voller Pracht entfalten lassen.

Es fing alles Samstag Abend an. Ich war zu einem Geburtstag nach Nürnberg eingeladen. Gewohnt zu spät („kommt einfach um 19.30 h vorbei“) traf ich dort auch ein (21.00 h), und stellte gut gelaunt fest, dass die Grill-Wammerl (Scheinebauch) just im Moment in optimaler Bräunung (kurz vor der karzinogenen Schwärze) und Knusper-Konsistenz liebevoll serviert wurden. Die Partygesellschaft hielt sich bis spät in die Nacht, es wurde viel gelacht und geplaudert. Netterweise durfte ich bei der Gastgeberin im Gästezimmer nächtigen und dachte mir noch nichts, als ich am nächsten Morgen bemerkte, dass mein Handy leer ist.
Ich wurde noch zu lecker Brunch in Nürnberg eingeladen (An dieser Stelle sei mir ein kleiner Insider erlaubt: Tammi, das Trampolin war klasse, oder?!) und machte mich gen späten Nachmittag auf den Rückweg nach Stuttgart.

Etwa eine Stunde später zog gerade die Ausfahrt Crailsheim an mir vorbei  und ich war frohen Herzens denn der wenigen LKWs. Es ruppte nur ein bisschen beim Gasgeben. Keine 10 Kilometer weiter, ruppte es immer noch und ein kaum wahrnehmbares Geräusch („roflroflrofl“) drang vom rechten Vorderrad her. Natürlich habe ich gleich wie eine Frau reagiert und das Radio sofort lauter gestellt. Nach weiteren 10 Kilometer war das „roflroflrofl“ und ruppen nicht mehr zu ignorieren. Anzeichen leichter Sorgenfältchen auf der Stirn und nächster Parkplatz raus. Gut dass da gleich eine Clique postpubertierender Jungs stand, die mir auf ein hilfloses Lächeln, einen Fingerzeig und kompetenter Fehleranalyse („da, kaputt?! stinkt und raucht ein bisschen“) hin sofort einen Defekt des Radlagers bescheinigten. „Was bis Stuagadd no? Desch schaffe sie loggr! Koj Broblem! Fahredse halt koine Rennen uf da Strass – hahaha“

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Also gut, sowas in der Art hatte ich mir schon gedacht, wäre schließlich auch nicht das erste Mal und außerdem: ich hatte ja keine andere Wahl! Qualifiziertere Auskunft war mangels Angebot nicht zu bekommen! Wie auch immer, ich fuhr rechts mit Tachonadel auf der Hundert und ließ mich geduldig von den (wir erinnern uns) wenigen LKWs überholen.
Das Geräusch wurde immer schlimmer. Die Zielgerade quasi schon vor mir fuhr ich gerade an der Ausfahrt Zuffenhausen vorbei. Da passierte es dann. Es tat einen Schlag, der Reifen blockierte und ich beförderte den Wagen sofort auf den Standstreifen. Gottseidank ist nichts passiert! Ich sprang sofort an den Kofferraum, holte das Warndreieck raus, stellte es ordnungsgemäß auf und versuchte mein Hyperventilieren in den Griff zu kriegen. Ganz ruhig, kein Problem, alles im Griff! Beifahrertür auf, Handy raus, Nummer wählen… Moment! Handy leer! Ok, keine Panik! Notrufsäule? Fehlanzeige! Lauf vor und versuch ein Auto anzuhalten. Gesagt getan, ich winkte, die Leute winkten zurück. Ich bedeute anzuhalten, die Leute fuhren etwas langsamer. Wirklich lange musste ich aber nicht warten und es war schließlich einer dieser Momente, indem ich dachte: „Danke lieber Gott, dass ich eine Frau bin, für einen Mann hält nie jemand an!“ Es war schließlich ein fescher Franzose, wie ich nach wenigen Sätzen feststellte. Nicht dass ich etwas französisch sprechen würde, doch wir kamen mit Englisch ganz gut zurecht. Er bestand leider beharrlich darauf, das Rad erst mal abzuschrauben und zu versuchen es selbst zu reparieren.

Weiß eigentlich irgendjemand was Radlager auf Englisch heißt? Ich hatte ehrlich Befürchtung, er versteht mich (ganz ganz!) falsch, wenn ich ihm mit den Händen vormache was ich meine. Selbstverständlich konnte er auch nur auf die Ölspritzer, das qualmende Lager und die heiße Felge zeigen. Schließlich war er es dann, der mir mit den Händen gestikulierte, das Radlager sei kaputt und schließlich konnte ich ihn dann doch noch überreden, mich kurz sein „Mobile“ benutzen zu lassen. Auch hier möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es sehr zeitaufwendig und nervenraubend sein kann, mit einem französischen Handy die deutsche ADAC Hotline zu erreichen. Eine Viertelstunde (in verschiedenen Warteschleifen!) und drei Weiterleitungen später konnte ich schließlich auch erklären, wo ich mich befinde und was ich als Schaden vermute.
Dem Franzoses war nicht mal nach Weiterfahrt zumute, als ich im erklärte, dass es nun wohl nicht mehr lange dauern würde, bis ich abgeschleppt werde. No No, er leistet mir noch Gesellschaft. Wie süß und er war wirklich sehr nett! Doch alles hat ein Ende und als eine halbe Stunde später mein Auto auf den Abschlepper gezogen wurde, dankte ich ihm nochmals herzlich („Oh no no, it was a pleasure!“). Natürlich würde ich seiner Einladung folgen und ihn in Frankreich besuchen! Wir umarmten uns und ich steckte den Zettel mit seiner Adresse ein.
Selbst als ich schon im Schlepper saß, winkte er mir noch beim Überholen. Hach! Deutschland, warum hast Du nicht solche Helden?! Der nicht minder freundliche Mann vom ADAC, brachte mein Auto zur Werkstatt und nahm mich sogar noch ein Stück mit, damit ich nicht so weit zur Bahn hatte. Am Hauptbahnhof Stuttgart angekommen stand ich vor dem nächsten Problem. Die Bahn fährt nur bis Esslingen. Wie sollte ich von dort aus nachhause kommen? Jemand mußte mich abholen kommen. Aber wie soll ich jetzt jemanden Bescheid geben? Ich kenne ja nicht mal die Handynummer meiner Liebsten auswendig! (Asche auf mein Haupt!) Kurzer Rundumblick, na klar, ich ruf von der Telefonsäule aus die Auskunft an. Das hatte ich mir ja schön gedacht! Wir stehen nämlich nicht im Telefonbuch. Nach vergeblichen Versuchen bei der 11833 wußte ich dann auch, dass wirklich(!) niemand(!) aus meinem Freundeskreis im Telefonbuch steht. In einem Fall war aber immerhin ein automatischer Anrufbeantworter dran. Könnte sein, dass das vielleicht(!) eine meiner Freundinnen gewesen wäre… Ich werd’s wohl nie wissen…
Von der Telefonsäule aus die Auskunft anrufen und durchgestellt werden kostet übrigens jedes mal 2,- Euro. Hochrechnen dürft ihr jetzt selber. Irgendwann konnte ich wenigstens bis zur Familie meiner Süßen durchgestellt werden und ihr ausrichten lassen, sie sollte mich bitte am Bahnhof abholen. Nein, sie kann mich nicht zurückrufen! Ja, mein Auto geht nicht mehr! Nein, ich hatte keinen Unfall! Nein, ich wurde auch nicht überfallen! Keine Sorgen machen.

Wieder zwei Stunden später war ich schließlich zuhause, 2 Minuten später im Bett.

8 Stunden für 200 Kilometer, mit viel Willen hätte ich es in der Zeit auch mit dem Fahrrad geschafft ;o)

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

P.S.: Achso, ob ich wirklich nach Frankreich fahre? Ich denke schon. Vielleicht nicht so bald, aber irgendwann… wenn mein Auto repariert ist ;o)

06.07.2006 – Flimmerndes Lesevergnügen

April 1, 2007

On a spring day you can find your way
to a little flower garden where the Googleheads play
You know they’re there by the clothes they wear
And their Googlehead faces and their Googlehead hair.

‘Cause they’re the Googleheads
They shake their doodleheads
They’re the goo-ga-goo-ga-goo-gah Googleheads.

– Laurie Berkner

Mit diesem wunderschönen (meines Wissens nach noch unvertonten) Liedgut beginnt das frei erhältliche Buch: „55 Ways to Have Fun With Google“

55ways.gif

Uneingeschränkt empfehlenswert für alle „Google-Heavyuser“, „Gelegenheits-Suchmaschinenbenutzer“ und überhaupt diejenigen, die ein bisserl was mit Internet am Hut haben ;o)

Als Download >> hier erhältlich.

So have fun! :o)

Euer Ambitionsmädchen

29.06.2006 – Rohe Gewalt mit Stift auf Papier

April 1, 2007

Hallo Fans,

gestern Abend hab ich mir ja den Stern gekauft. Noch die „alte Ausgabe“. Der Titel: „Frauen – die besseren Chefs. Was Männer von ihnen lernen können“ Da hab ich mich ja direkt angesprochen gefühlt ;o)
Sehr interessanter Artikel übrigens. Ein Kauf lohnt allemal. Wirklich gefesselt wurde ich aber beim Durchblättern des Rätselteils. Eine ganze Seite widmete sich ausschließlich den toptrendigen SuDoKu-Rätseln. Außer meinem Kollegen, der mich heut morgen entgeistert anstarrte was das sein soll, kennt das inzwischen wirklich jeder. Andererseits: angeblich kennen auch nur 20 Prozent der Deutschen Shakespeare. (Für alle die ebenfalls plötzlich Informationsdefizite ausmachen: >> SuDoKu in Wikipedia)

Wie auch immer. Von Bonsai bis Sumo waren vier verschieden Schwierigkeitsgrade geboten. Sie strahlten mich regelrecht an und sagten: versuch mich! Ein Blick auf die Uhr, das Eingeständnis, dass ich eh nichts mehr vor hatte und der Griff zum nächsten Bleistift („Uh, naja lieber doch den mit Radiergummi“) folgten promt. Ähnlich ambitioniert und (wie anscheindend jeder schwarz-rot-gelb gestreifte Fußballfan) von Erfolg überzeugt, schrieb ich eine filigrane „1“ in das erste Kästchen. Einer der neun Blöcke war damit auch schon voll. Pah! Kindergeburtstag! Block 2, 3 und 4 waren mit ein paar Check’s nicht minder schnell gefüllt. Weiter als bis zum fünften kam ich dann allerdings nicht. Meine Frustrationstoleranz war doch weit niedriger als der Anspruch an Kniffeln und Knobeln jener Denksportaufgabe. (Falls eine der werten Leserinnen programmiert: Selbst mit >> Brute-Force ging nix mehr. Rekursive Validitätsüberprüfung auf logische Fehler brachte auch nichts. If-Else-Konzepte führten an den Rand des Buffer-Overflows. Error und Abbruch nach drei Minuten.)

sudoku01.jpg

Aus dem „Versuch mich!“ wurde in meinem Kopf ein „Ätsch!“. Frechheit! Was ich gar nicht leiden kann ist scheitern; noch dazu an so einem blöden 10×10 Zentimeter „Bonsai“ Zahlendurcheinander! Heute abend werde ich auch die letzten der 81 Quadrate in Ihre Schranken weisen! Den gestrigen Abend erlebte ich Asien allerdings nur noch in Form einer Dokumentation… im Fernsehen. ;o)Euch einen schönen Tag,
euer Ambitionsmädchen

26.06.2006 – Summer in the City

April 1, 2007

Hallo Fans,

nachdem ich nun endlich wieder „online“ und -mir kommt’s vor- erst damit wieder Teil eines erfüllten Lebens bin, melde ich mich hiermit offiziell zurück! ;o)

Ein nicht unbedeutender Umstand, der meine Web-Abstinenz zusätzlich begründete, lag in der Tatsache, dass ich die letzten Wochen diverse Prüfungen schreiben musste. Ich glaube, ich hatte mein kleines privates Projekt schon öfter mal erwähnt. Wie auch immer. Finished! :o)

Wer mir zur Belohnung eine Freude machen will, darf mir gerne eine Packung Taralli schicken. Oder alle legen bei der nächsten MV zusammen, und es wird ein ganzer Kleinwagen voll italienischem Gebäck. :o) Adresse steht im Steckbrief ;o)

Mensch, was für ein Sommer oder? Am Samstag (als der Rest der Welt Fussball guckte) lag eure Webmistress sich (möglichst lasziv) auf dem Laken wälzend im Freibad. Besonnen und verantwortungsvoll trug ich selbstverständlich außerhalb des Beckens ein Cäpi, schließlich sollte meine Haut und nicht mein Gehirn brutzeln. Hat aber leider nicht viel geholfen denn, – ich gebe zu- Schattenlieger halte ich für Weicheier. Was folgte war also ein kleiner fieser Sonnenstich. Ich denke, das kennt eh jede oder? Ich verzichte auf nähere Details.

Wie auch immer, nun hatte ich gehofft, mich bewußt der medialen Berieselung durch Pille (dem sprechende Fußball) und dem >> ruinbringendem(?) halbnackten Löwen (Goleo) entziehen zu können. Und was war? Um fünf war das Freibad so gut wie leer und für den harten Kern, haben die Bademeister jedes Tor aufmerksamerweise noch extra durchgesagt. Jedoch: es war eine gelungende Abwechslung zwischen Durchsagen wie „Achtung: Immer nur eine Person auf dem Springturm!“ und „Bitte sofort runter von den Schwimmnbahntrennern!“, „Bitte nicht mit Schwimmflügeln ins Schwimmerbecken!“
Freibäder habe ich sowieso recht lange gemieden und schwimmen gehört jetzt auch nicht gerade zu meinen bevorzugten Freizeitbeschäftigungen. Ich erinnere mich auch noch genau daran, wie ich für das Silberschwimmabzeichen vom 3er springen musste und selbst bittere Angsttränen meine Lehrerin nicht im geringsten rührten. (Ich scheiterte dann übrigens nicht am 3er sondern am 50 Meter Rückenschwimmen.) Seit diesem Trauma (und dem „weißen Hai“) , bin ich selbst als Erwachsene vollkommen irrational lieber am Schwimmbeckenrand. So, jetzt Schluß mit langweiligem Seelenstriptease! Auf zu neuen Taten! Themawechsel!
Offensichtlich laufen in allen deutschen Bundesländern nicht nur die Flimmerkisten mit WM-Gezappel, sondern auch die Vorbereitungen für die CSDs. Ich freu mich schon drauf :o)

Ich wünsch euch einen schönen Tag!

Euer Ambitionsmädchen

P.S.: Ich möchte ja nicht als Vaterlands-Verräter gelten und Angela-Merkel-Like an den Pranger gestellt werden; deshalb sei an dieser Stelle prophylaktisch gesagt: Die deutsche Elf spielt natürlich hervorragenden Fußball und wir werden sicher Weltmeister. Obwohl ich ja ganz heimlich für die Schweiz Daumen drücke. ;o)

16.05.2006 – Neocaridia denticulata sinensis var. Red

April 1, 2007

oder: Garnelen-Rudel am Horizont

Hallo Fans,

nachdem ich meine Abend noch immer nicht im Internet verbringe und zu der Zeit, wenn ich tatsächlich abends mal fernsehe, meist amerikanische Obduktionsserien oder Frauentausch auf RTL II läuft, mag ich schon bald nicht mehr! Letzten Samstag dann auf VOX eine Doku über leidenschaftliche Zierfischzüchter. Strahlendes Glitzern in den Augen meiner Liebsten, aufsteigende Panik in meiner Brust.

Ich sag gleich die Wahrheit: Es handelte es sich bei meinem gestrigen Einkauf mehr um eine Präventivmaßnahme als um selbstloses Schenken. Denn die Worte „Fische“, „süß“, „Aquarium“ und (besonders bedenklich) „haben will“ fielen in unserer Beziehung schon häufiger in einem zusammenhängenden Satz. In der Hoffnung, meine Liebste würde sich vorerst auch „nur“ mit YPS-Urzeit-Krebsen zufrieden geben, wandte ich mich ratsuchend an eine aquaristik-erfahrene Kollegin. Die hat mir nun zu Garnelen geraten. Die wären pflegeleicht, anspruchslos und ein prima Einstieg in die farbenfrohe Wohnzimmerwasserwelt.

Nach ausführlicher Beratung und Erstellung einer gedanklichen Einkaufsliste on „Basic-Equipment“, gings nach Feierabend los zum Hornbach. Man möge mir verzeihen, dass ich kein zoologisches Fachgeschäft aufgesucht habe. Das leere Glasaquarium samt Sand steht nun bereit für weitere Befüllung in der Wohnung.

Die ersten Blicke waren natürlich etwas irritiert, doch nachdem ich ausführlich darauf eingegangen bin, warum Garnelen doch viel toller und exklusiver sind als Fische, war selbst mein Schatz begeistert.

Die nächsten Schritte werden wohl am Wochenende unternommen. Alles mit der Ruhe! Jetzt nicht hudeln! Schließlich soll daraus ja ein wahres Hydro-Juwel werden, mit allem was es zu einem glücklichen Garnelenleben braucht.

Selbstverständlich halte ich euch auf dem Laufenden.

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

Übrigens: Bei der Erstbesetzung des Aquariums kommen wahrscheinlich sogannte Red Fire Garnelen (Lat.: Neocaridia denticulata sinensis var. Red) zum Einsatz.


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