Zwischen Zi**elklatschern

Hallo meine Lieben,

ich schreibe euch aus dem Delirium. Zumindest fühle ich mich so. Ich bin bis oben hin mit (natürlich) natürlichen Drogen gegen Erkältungssymptome vollgepumpt. Fast wäre ich wieder >> an einem Beipackzettel gescheitert.

Bereits am Wochenende war mein Zustand arg grenzwertig. Um Haaresbreite hätte ich Doris Day und Charlie Chaplin einen Korb geben müssen, aber das nur ein kleiner Insider am Rande. By the way: der Zorro kannte Doris Day nicht. Hat man sowas schon gehört? Kennt jemand ein härteres Wort als „Fassungslosigkeit“? So eines bräuchte ich nämlich und sofort(!) eine DVD-Collection mit dem Besten von unserer guten Doris und (Gott hab ihn seelig!) Rock Hudson. Aber moment mal, ich war ja gerade noch beim Delirium, bzw. auf der Baustelle.

Die letzte Woche war ein „gutes Realitätserlebis“. Es ist schon hart. Es gab unschöne Diskussionen, da ich die Wahrnehmung der Herren, ich wäre vom Headquarter als Sekretärin entsandt worden, korrigieren musste. Das ist die …nette Formulierung.

Ab nächste Woche beginnt die Inbetriebnahme, d.h. Komponenten, wie z.B. die Fördertechnik, Roboter etc. werden hochgefahren, kalibriert und getestet. Meine offizielle Aufgabe ist es, genau diesen Prozess bis zur Abnahme durch den Kunden „Automen“ zu unterstützen und mit zu koordinieren. Heute Vormittag gab es eine interne Besprechung und ich bin froh, daß meine Funktion endlich auch in offizieller Runde vom Projektleiter ausgesprochen wurde. Nie in meiner gesamten beruflichen Laufbahn habe ich erlebt, daß Organigramme und Funktionszuordnungen so wichtig sind wie hier auf einer Baustelle. Vielleicht weil Erfolg und Mißerfolg, Fortschritt und Stillstand hier sehr schnell und unmittelbar nachverfolgbar sind. Seltsamerweise habe ich bei Gesprächen mit der Firma Redhead keinerlei Probleme auf Augenhöhe respektiert zu werden.  Selbst den Kunden musste ich in einer Dreierrunde schon einmal darauf hinweisen, dass er sich auch gerne mit mir direkt unterhalten darf, anstatt mit dem Bauleiter neben mir in der dritten Person über mich zu sprechen.  Doch weiter im Programm, ich will euch schließlich nicht mit Gejammere langweilen!

Vor mir liegt ein Verfahrensschema mit einer Abmessungen von 0,8 auf 2 Meter; es ragt jedenfalls weit über meinen Tisch links und rechts hinaus. Da versuche ich natürlich möglichst cool drauf zu gucken, mache „jaja“ und „aha aha“ und nicke mit dem Kopf. Es handelt sich übrigens um das Schema für ein einziges Aggregat von hunderten in der kompletten Anlage. Jeder fängt mal klein an… auf 800 mal 2000 Millimeter wie der Ingenieur so sagt… 😉

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

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