Mit Marlon Brando habe ich optisch nichts gemein

Hallo meine Lieben,

die letzten Tage dachte ich morgens oft an den „Septembermorgen“ von Eduard Mörike. Ich verdanke es Herrn Rückerl, meinem Lehrer in der 4. Klasse Grundschule, dass wir es lernen mussten und lustigerweise kann ich es selbst heute noch auswendig. Für alle, die ihre Eltern nicht drei Nachmittage lang gequält haben, bis sie die 6 Zeilen konnten:

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Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike
(1827, Erstdruck 1828)
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Ich genieße also die letzten warmen Tage dieses Jahres und (jetzt komme ich zum eigentlichen Thema) sammle fleissig grüne Striche (die gab’s nämlich auch beim Herrn Rückerl) für meine Karma-Liste. Ich will stetig ein besserer Mensch werden… auch wenn ich mich dazu ein bisserl zwingen muss…

Doch nun endlich zum Punkt:
Neben Taufpatin (an dieser Stelle ein Busserl an den kleinen >> Luis) werde ich jetzt Ausbildungspate! Ist das nicht großartig? Hat die Welt nicht genau darauf gewartet? (An alle, die jetzt grad schon luftgeholt haben: Das sind retorische Fragen! Ich will keine Antwort!) Diejenigen unter der werten Leserschaft, die mich näher kennen werden jetzt womöglich irrigerweise an „der Pate“ (the godfather) denken. Charakterlich sind wir uns ja auch irgendwie ähnlich… aber ausnahmsweise hat es damit nichts zu tun.
Ausbildungspaten sind nette Menschen, die den jungen Gören und Checkern der Nachfolge-Generation auf die Sprünge helfen. Es handelt sich um ein Projekt der >> Stuttgarter Freiwilligenagentur. Jungen Menschen (in der Regel Realschülern in der 9. Klasse) werden hier ehrenamtliche Paten an die Seite gestellt. Die Paten übernehmen folglich die Rolle eines Mentors, zu neudeutsch: Coach. Es geht darum „den Schüler in seinen Leistungen zu fördern, ihn zu motivieren sowie seine speziellen Kompetenzen und Fähigkeiten heraus zu finden“. Die Klassenlehrer können  sich innerhalb der Schule an den Berufsorientierungs-Lehrer wenden. Der wiederum hat Kontakt mit der Stadt, die dieses Programm anbietet und den „problematischen“ Kids einen Coach vermittelt. Wenn die Chemie zwischen Sprößling und Pate stimmt, treffen sie sich ein knappes Jahr regelmäßig in der Schule. Auf diese Weise ist die Sicherheit aller gewährleistet.

Nach einem informativen Telefoninterview und einem Kennenlernen mit der zuständigen Dame bei der Freiwilligenagentur bin ich nun als Patin registriert. Wenn alles klappt, starten wir im Oktober. Ich freu mich schon drauf! Soll ich dann mehr so eine Strenge sein oder kommt der Kumpel-Typ besser an? Ein tolles Gefühl, wenn ich jungen Menschen wertvolle Tipps für die Zukunft geben kann! Kopfkino läuft schon: „Nein, ein Facebook-Foto ist kein witziges Bewerbungsfoto! Und ‚Bushido hören‘ würde ich wirklich aus den Hobbies rausnehmen“ „OK hab ich Dich richtig verstanden? Du denkst Chucks sind eine adäquate Besohlung für das Bewerbungsgespräch?“  „Ja ehrlich, die Chance ein Einzelhandelskaufmann zu werden sind höher als die für Superstar!“

Wahrscheinlich wird es aber halb so wild 😉

Ich lasse euch Näheres wissen, wenn’s so weit ist.

Bis dahin,
euer Ausbildungspatinmädchen

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Just listening:
>> Gogol Bordello – „Wonderlust King“ Side One Dummy
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5 Antworten to “Mit Marlon Brando habe ich optisch nichts gemein”

  1. Patenkind Says:

    Hier spricht mal dein Patenkind 🙂 Bussi erstmal zurück. Hoffe du stehst mir dann auch mal zur Seite (so in der 9. Klasse oder so, wenn sich niemand mehr auskennt) dann kannst du mir als erfahrene Patin sicher helfen 🙂 ganz liebe Grüße aus der Heimat.

  2. ambitionsmaedchen Says:

    Lieber Luis, toll wie Du Deiner Mama schon Texte diktierst 😀
    Na klar helf ich Dir dann! Mit Rat und Tat!!!

  3. Zorro Says:

    Ich bin schon gespannt auf deine Erlebnisse.. wird bestimmt neben dem lustigen auch etwas anstrengend..!:) Aber du bist ja hart im nehmen!!!

    Du bist übrigens schon ein guter Mensch!
    Allerdings können ja so ein paar Sicherheits-Bonus-Punkte nicht schaden.
    😉

  4. Brischit Says:

    Ich bitte um Berichte! 🙂

  5. ambitionsmaedchen Says:

    Auf dem Karma-Konto kann man nie genug grüne Striche haben Zorro! Die Berichte folgen natürlich wie versprochen…

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