Monterrey rückt näher

Hallo meine Lieben,

ja, so war das. Mitten in der Nacht fuhr ich also durch die dunkelsten Ecken von Houston. Was da so alles in den Bus einstieg, kennt man eigentlich sonst nur aus der Gangster-Abteilung diverser US-Krimiserien. Und ich mittendrin und nach aussen hin natürlich total cool, so als würde ich das jeden Tag machen. Wer genau hinsah, hätte selbstredend gesehen, wie sehr ich meinen Rucksack umkralle und einfach so ohne Grund kein Auge zumache. 😉

Die Weiterreise:
Nach einer guten Stunde kommt meine Haltestelle und ich steige aus. Das Wetter in Houston ist regnerisch. Ich muss keine zwei Blocks weit mit meinem Koffer trollern, bis ich zur Greyhound-Station komme. Wenn ich Glück habe erreiche ich sogar noch den nächsten Bus in 10 Minuten und tatsächlich komme ich gerade noch rechtzeitig. Für 44 US$ bin ich dabei. Zusammen mit knapp einem Duzend Latinos und Schwarzen beginnt die nächste 11 stündige Etape meiner Reise. Die Fahrt ist nicht unbedingt beschwerlich, dazu bin ich schon viel zu müde von meinem ebenso 11 stündigen Flug und der Zeitverschiebung. Ich muss ein paar Mal umsteigen und je näher wir nach Süden fahren, desto mehr Mexikaner mit billigen weißen Plastik-Cowboy-Hüten kommen dazu. Als wir an der Grenze angelangen, müssen wir alle aussteigen.
Es ist 4.00 Uhr morgens Ortszeit. Schwer bewaffnete Soldaten patroullieren am Übergang. Es ist kalt und jeder Atemzug verwandelt sich in kleine Wölkchen beim Ausatmen. Wir stellen uns alle in einer Schlange an das Kontrollhäusschen. Per Zufallsgenerator werden zufällig Reisende zur Kontrolle ausgelost. Ich habe Glück und kann ohne große Probleme passieren. Beim Einsteigen fällt mir zum ersten Mal auf, dass die Reifen an unserem Bus schon lange kein Profil mehr gesehen haben. Ein Seufzer; auch schon egal. Im weiteren Grenzgebiet noch mehr Militär. Jeeps mit aufgebauten Maschinengewehren; komplett gerüstete Soldaten in Lauerstellung. Angeblich verschärfte sich in jüngster Zeit in Mexiko das Problem des Drogenschmuggels. Angesichts des nächtlichen Aufgebots wohl ein Härtnäckiges.

Die Erschöpfung, zusammen mit einer wohlwissend eingepackten Schlafmaske und Ohrstöpsel lassen mich schließlich die restliche Etape meiner Reise in einen traumlosen, flüchtigen Schlaf fallen. Nach 31 Stunden auf den Beinen komme ich im Morgengrauen in Monterrey an. Es ist sehr kühl und ich friere matt. Das alles macht man nur als Student… 😉

N., mit der ich in Deutschland eigentlich meine Wohnung teile und die hier nun seit ein paar Monaten studiert, holt mich ab. Ich werde den Rest des Tages schlafen und sie danach auf dem Campus der Uni besuchen. Abends im Bad stehe ich beim Zähneputzen mit kleinen Augen vor dem Spiegel. Mechanisch das Gesicht waschen, zur Creme greifen, auf den Handflächen verteilen und wirklich im letzten Moment auf der Tube lesen, dass ich grade fast Enthaarungspaste als Nachtcreme verwendet hätte. Na das hätte ein schönes Erwachen gegeben… 😉

Beim nächsten Mal erzähle ich euch von Monterrey.

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

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2 Antworten to “Monterrey rückt näher”

  1. Zorro Says:

    Juhuu, eine Abenteuerreise geht wieder los!
    Bin auf weitere Berichte ganz gespannt!
    Grüsse vom neu frisierten Z. 🙂

  2. Krieger Says:

    Militär? Schwer bewaffnete Soldaten mit Maschinengewehr???? Kenn ich irgendwoher ;o)
    Liebe Grüsse und Happy Birthday Kleine ;o)

    Knutscha
    Diana

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