Archive for Februar 2010

Monterrey rückt näher

Februar 28, 2010

Hallo meine Lieben,

ja, so war das. Mitten in der Nacht fuhr ich also durch die dunkelsten Ecken von Houston. Was da so alles in den Bus einstieg, kennt man eigentlich sonst nur aus der Gangster-Abteilung diverser US-Krimiserien. Und ich mittendrin und nach aussen hin natürlich total cool, so als würde ich das jeden Tag machen. Wer genau hinsah, hätte selbstredend gesehen, wie sehr ich meinen Rucksack umkralle und einfach so ohne Grund kein Auge zumache. 😉

Die Weiterreise:
Nach einer guten Stunde kommt meine Haltestelle und ich steige aus. Das Wetter in Houston ist regnerisch. Ich muss keine zwei Blocks weit mit meinem Koffer trollern, bis ich zur Greyhound-Station komme. Wenn ich Glück habe erreiche ich sogar noch den nächsten Bus in 10 Minuten und tatsächlich komme ich gerade noch rechtzeitig. Für 44 US$ bin ich dabei. Zusammen mit knapp einem Duzend Latinos und Schwarzen beginnt die nächste 11 stündige Etape meiner Reise. Die Fahrt ist nicht unbedingt beschwerlich, dazu bin ich schon viel zu müde von meinem ebenso 11 stündigen Flug und der Zeitverschiebung. Ich muss ein paar Mal umsteigen und je näher wir nach Süden fahren, desto mehr Mexikaner mit billigen weißen Plastik-Cowboy-Hüten kommen dazu. Als wir an der Grenze angelangen, müssen wir alle aussteigen.
Es ist 4.00 Uhr morgens Ortszeit. Schwer bewaffnete Soldaten patroullieren am Übergang. Es ist kalt und jeder Atemzug verwandelt sich in kleine Wölkchen beim Ausatmen. Wir stellen uns alle in einer Schlange an das Kontrollhäusschen. Per Zufallsgenerator werden zufällig Reisende zur Kontrolle ausgelost. Ich habe Glück und kann ohne große Probleme passieren. Beim Einsteigen fällt mir zum ersten Mal auf, dass die Reifen an unserem Bus schon lange kein Profil mehr gesehen haben. Ein Seufzer; auch schon egal. Im weiteren Grenzgebiet noch mehr Militär. Jeeps mit aufgebauten Maschinengewehren; komplett gerüstete Soldaten in Lauerstellung. Angeblich verschärfte sich in jüngster Zeit in Mexiko das Problem des Drogenschmuggels. Angesichts des nächtlichen Aufgebots wohl ein Härtnäckiges.

Die Erschöpfung, zusammen mit einer wohlwissend eingepackten Schlafmaske und Ohrstöpsel lassen mich schließlich die restliche Etape meiner Reise in einen traumlosen, flüchtigen Schlaf fallen. Nach 31 Stunden auf den Beinen komme ich im Morgengrauen in Monterrey an. Es ist sehr kühl und ich friere matt. Das alles macht man nur als Student… 😉

N., mit der ich in Deutschland eigentlich meine Wohnung teile und die hier nun seit ein paar Monaten studiert, holt mich ab. Ich werde den Rest des Tages schlafen und sie danach auf dem Campus der Uni besuchen. Abends im Bad stehe ich beim Zähneputzen mit kleinen Augen vor dem Spiegel. Mechanisch das Gesicht waschen, zur Creme greifen, auf den Handflächen verteilen und wirklich im letzten Moment auf der Tube lesen, dass ich grade fast Enthaarungspaste als Nachtcreme verwendet hätte. Na das hätte ein schönes Erwachen gegeben… 😉

Beim nächsten Mal erzähle ich euch von Monterrey.

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

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Por las dudas

Februar 27, 2010

Hallo meine Lieben,

bevor ich mit Storytelling fortfahre, noch ein Einschub:
Alle SMS-Fanpost, Liebesbekundungen und Auskünfte zum Wohlbefinden bitte hier:

+521-811-5300 617

Das ist meine mexikanische Handynummer unter der ich die nächsten Wochen erreichbar sein werde. Die deutsche SIM-Karte (und damit meine deutsche Nummer) ist währenddessen nicht aktiv!!!

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

Auf geht’s nach Mexiko!

Februar 26, 2010

Hallo meine Lieben,

ich habe mein Versprechen wahr gemacht und überprüfe gerade den Status in Mexiko vor Ort. Um genau zu sein, bin ich seit vorgestern in Monterrey.

Der Entschluss dazu natürlich schon vor meinem vorletzten Blogeintrag gefallen; ich dachte halt, es passt so gut 😉

Ich war seit Wochen überhaupt nicht vorbereitet und so kam es, dass meine Organisation zentral am letzten Tag vor der Abreise durchgeführt wurde. Was andere für puren Leichtsinn und Schludrigkeit halten, ist in Wirklichkeit nämlich die Gabe des zeitoptimierten Handelns und: mir ist sie in die Wiege gelegt.

So stand ich also Montag Abend vor meinem Koffer und dem Rucksack und ließ mir wertvolle Tipps geben, was wohin gehört. Unbedingt solle ich mir Socken und Unterwäsche mit in den Rucksack stecken. Dass das Gepäck ganz wo anders landet als man selbst, wäre ja schließlich eine ernstzunehmende Gefahr und ich da nicht die erste der das passiert. Belehrsam wie ich nun mal bin, disponierte ich die Verpflegung für zwei Not-Tage im Rucksack. Sogar diese extrem uncoole Brusttasche und den Gürtel mit Geheimfach steckte ich ein. Halunken gibt es nämlich überall und ich würde mich nicht beklauen lassen! Irgendwann war mein Gepäck für abenteuerliche Tripps optimiert und auf das nötigste reduziert. Ich fühlte mich wie ein Profi und ging beseelt ins Bett.

Dienstag Morgen:
Ich werde vor dem Wecker wach. Die Nervosität steckt mir jetzt akut in den Gliedern, nicht mal groß Appetit auf Frühstück habe ich. Das soll was heißen. Der Zorro begleitet mich zum Bahnsteig. Hier muss ich erst mal am Lufthansa-CheckIn mein Ticket abholen. Ich glaube, ich muss nichts mehr zum Streik sagen, oder?! Wie auch immer. Ich stehe hibbelig vor der Dame am  Schalter und das erste wonach sie mich fragt ist mein Reisepass. Gar kein Problem, ich kann mich nämlich sofort erinnern, dass ich ihn der Brusttasche verwahrt habe. Die hängt noch nicht an meinem Hals, sondern steckt noch im Rucksack. Ich gruschle kurz, sehe das schwarze Band und ziehe es mit einem laut-fröhlichen „Da is er ja!“ beherzt heraus.
Wie soll ich nun dieses Gefühl beschreiben, als zwischen mir und der freundlich lächelnen Lufthansa-Dame nicht die Brusttasche, sondern der schwarze (Pack-ihn-Dir-für-den-Notfall-ein-)String-Tanga baumelt? In solchen Momenten steht einfach die Zeit und der Atem still. Man hört nur noch diese imaginäre Standuhr und ihr durchdringendes „Tick……Tack……“
Nach dem Luftanhalten, kommt ein sehr langes Ausatmen, man schließt die Augen und hofft, beim Aufmachen erwacht man aus dem Traum. „Ja… das war jetzt falsch… ich… such mal weiter…“

Das Ticket hat sie mir trotzdem gegeben und so war ich kurz darauf schon im Zug nach Frankfurt. Von Frankfurt nach Houston und von da an erst mal ahnungslos.

In Houston angekommen, mache ich zuerst eine möglichst billige Busverbindung für die 40 Km Stecke von Flughafen nach Downtown ausfindig. Am Schluss habe ich sogar die Wahl zwischen verschiedenen Direkt-Shuttlebussen, einem Express- und dem jeden Winkel abklappernden Linienbus. Heroisch entscheide ich mich für die 1,25$ Variante: dem Linienbus.
Schon beim Einsteigen wird klar, dass diese Verbindung nicht für Interkontinental-Reisende gedacht ist. Den Koffer muss ich quer durch den Gang schleifen, um überhaupt durchzukommen. Ich quetsche ihn in den Sitz und steige drüber um zum Fensterplatz zu gelangen.

Tja meine Lieben und wie’s dann weiterging, das erzähle ich euch beim nächsten Mal 😉

¡hasta pronto!
la chica de las ambiciónes

Eugenia León

Februar 8, 2010

Hallo meine Lieben,

ich schmelze dahin… wer mitschmelzen will, klicke hier:

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen


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