Archive for September 2009

Alles kumuliert

September 30, 2009

Hallo meine Lieben,

Herr M.O. ist ein Paradebeispiel an Zuvorkommenheit. Er ist – bis auf höchst seltene Ausnahmen- immer höflich. Seine Geduld und der Regenbogen enden an der gleichen Stelle. Er schmeißt seine Kippen nicht auf den Boden. Der Anstand ist ihm – glaube ich – schon seit der Kinderwiege angalvanisiert.

Nun ist er aber vor kurzem Opfer seiner Tugendhaftigkeit geworden. Ich habe ihn um Erlaubnis gefragt, ob ich sein Schicksal hier öffentlich zugänglich machen darf. Keine Hinzudichtung, kein Weglassen, kein Verblümeln. Es soll ein Mahnmal sein! Eine Warnung an alle und dennoch auch ein Aufruf, dem Sittenverfall trotz aller Gefahren nicht Tür und Tor zu öffnen!

Folgendes ist passiert:
An einem der letzten Wochenenden hatte er -wie so oft- Besuch von seinen Kumpels. Man feierte gesellig daheim und gegen Abend machte man sich auf den Weg zu einer Party. Dort war alles eigentlich ganz nett, bis er plötzlich zu aller Entsetzen und ohne Vorwarnung ohnmächtig umkippte.
Besorgt ging er am nächsten Tag zum Arzt. Alle meßbaren Werte waren OK. Woran könnte es gelegen haben? Ob er denn was Falsches gegessen hätte? Mein Freund berichtete wahrheitsgemäß und so kam der gute Doktor zu einer überraschenden Erklärung…

Wie erwähnt, man plauderte den ganzen Tag über gemütlich zuhause bei seeeehr viel Federweißer (also neuem Wein) und seeehr viel Zwiebelkuchen. Bis zum Abend hatte Herr M.O. schon gute 2 Liter des Jungweines intus und fast einen ganzen Kuchen allein gegessen.
Wer sich mit Federweißer (wahlweise auch Chemie) auskennt, weiß, dass dank dem Zucker der Trauben, dem Alkohol und der Kohlensäure ein gewisser Gäreffekt doch relativ schnell einsetzt. Wer sich mit Zwiebelkuchen (wahlweise auch Chemie) auskennt, weiß, dass auch er eine signifikante Flatulenz verursachen kann.
Man war also auf besagter Party und es ging (vor allem in Herrn M.O.’s Verdauungstrakt) tierisch ab. Tapfer, selbstaufopfernd rücksichtsvoll und stolz verkniff er sich hartnäckig jeden(!) Abwind. Nur zu gut, kann ich mir vorstellen, wie ihm der kalte Schweiß auf der Stirn stand und ihm schon ein Gänsehaut-Schauer über den Rücken lief. In der Zwischenzeit schwollen seine Därme durch die Gase unnachgiebig und dermaßen beachtlich an, daß sie anfingen gegen das Zwerchfell zu drücken. Das Zwerchfell wiederum drückte auf eine Aterie. Folge: Ihm wurde irgendwann schwarz vor Augen und er wurde ohnmächtig.

Unglaublich oder? WOW!!! 😀 Würde ich ihn nicht so gut kennen, würde ich behaupten, er bindet mir einen Bären auf.
Was lernen wir daraus? Man sollte frühzeitig nach Lösungen für die Dinge suchen, denn irgendwann erreichen sie alle die höchste Stufe der Überfälligkeit und ihr fallt um! In diesem Fall gab es nur eine… sagen wir… mechanische Lösung. 😉

Noch ein Freud’scher Verleser am Rande:


Ich hab mich jetzt bestimmt 30 Sekunden lang gewundert, wie man einen Film bloß „Karies“ nennen kann?! Das Plakat ist ja auch heftig und worüber die Story wohl geht?!

Zeit für in die Vorlesung! 😉

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

Reif für’s Patentamt

September 21, 2009

Hallo meine Lieben,

mit >> Bajo Fondo im Hintergrund und einer ungemindert großen Liebe zu Argentinien im Herzen habe ich gestern gebacken. Es handelt sich um eine (nicht nur) olfaktorische Ode an >> Empanadas, also mit Hackfleisch gefüllte Teigtaschen. Die sind für den Argentinier ungefähr das, was bei uns früher die Currywurst und nun die Döhner sind… unverzichtbar und nicht wegzudenken.
Apropros Döhner: Den (meines Wissens nach) einzigen Döhner in ganz Argentinien gibt es in Córdoba. Den haben dort -wer hätte das gedacht- ausgerechnet zwei geschäftstüchtige Brüder aus Stuttgart eingeführt.

Empanadas dulces
Doch zurück zu meinen Empanadas dulces. Sie sind eine multikulturelle Komposition aus deutschem Hefeteig und original eingeflogener >> Dulce de Leche. Besonders lecker sind sie, wenn man in die Füllung noch zusätzlich kleine Stückchen Banane, Apfel und Nektarine gibt. Meiner Erfindung gilt meine aufrichtige, herzliche Verehrung! Es schmeckt so… (perdón) geil!

Vielleicht sollte ich daraus ein Geschäft machen? Wenn es mit den >> Brezen bei den Latinos nicht geklappt hat, vielleicht klappt es ja mit den Empanadas dulces in Südwestdeutschland? 🙂

Ich werde jetzt gedanklich mal einen Businessplan planen 😉

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen
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Just listening:
>> Bajo Fondo – Perfume
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Rosa (Regen-)Tag im Heidepark

September 8, 2009

Hallo meine Lieben,

wie versprochen die Info zum Heidepark.

Es hat alles am Freitag-Abend angefangen.
Beim Aussteigen aus dem ICE in Fulda sehe ich zufällig auf einer Deutschlandkarte der Bahn AG, wo genau sich Soltau eigentlich befindet. Ich merke wie mein rechtes Augenlid ein bisschen zu zucken anfängt. Worauf habe ich mich da eigentlich eingelassen?

Meine Ankunft um 22.00 Uhr wird von Frau D. nicht als zu spät empfunden, um nicht noch die Reise von Fulda nach Frankfurt auf sich zu nehmen und dort eine top-trendige Szene-location zu besuchen, das „CK“. Schon beim Betreten fühle ich mich, als würde ich in den „Planet“ aus L-Word eintauchen. Gar kein Vergleich zum stickig-engem Namensbruder in Stuttgart, dem „KC“. Ich bin fast ein bisschen unsicher auf dem fremden Parkett. Dank einem Glas zum dran Festhalten geht es dann schon viel besser. Es ist ein Abend des Beobachtens und passiven Amusements.

Da gibt es durchaus passable Hessen-Girls, die sexy tanzen können und eben auch die ewig gleichen alkoholenthemmten Stereotypen auf der Tanzfläche, bei denen ich spontan das Wort „Körpertourett“ denken muss. Sensationell.

Es geht doch ganz schön lange… um genau zu sein, kehren wir erst bei Sonnenaufgang zum Auto zurück. Die kühle frische Luft gibt noch einmal einen kleinen Energieschub. Kaum im Auto schlafe ich aber ein, noch bevor wir das Frankfurter Ortsschild passiert haben.

Wir kommen in Fulda an und beschließen bei zwei Frühstücks-Butterstullen und einem

„Ich hab das Gefühl, ich hab noch irgendwas vergessen…“
„Was denn?“
„Ich weiß nicht?!“
„Schlafen?!“

durchzumachen. Wir werden einfach gar nicht schlafen.

Die ersten Stunden dieses Tages sind die schlimmsten. Ich fühle mich als hätte ich eine mittlere Alkopop-Alkoholvergiftung grade noch so unterhalb ärztlicher Einschreitungserfordernis überstanden. Dabei habe ich am Vortag echt(!) fast nichts getrunken. Gottseidank bin ich nur für den CD-Player (vorwärts, rückwärts, leiser, lauter) verantwortlich und meine Fahrerin gibt sich mit Antworten zufrieden, die 5 Silben nicht übersteigen. Ich döse immer wieder weg und werde das Gefühl nicht los, wir sind die einzigen zwei Gestörten, die bei diesem Wetter in den Heidepark wollen. Es regnet schier ununterbrochen.

Als wir ankommen ziehen wir unsere dicken Jacken an und (ich verstehe nicht warum) lassen den Regenschirm im Auto. Meine hessische Freundin hat offensichtlich noch mehr Gottvertrauen als ich Bayerin.

Wir holen uns gleich unsere verbilligten Eintrittskarten, sind beleidigt, weil wir nicht wie die Gayboys ein pinkes T-Shirt kriegen sondern stattdessen nur eine uralt L-Mag. Aus Protest schließen wir uns also nicht dem schweinchenrosa Gacker-Pulk an und schlagen uns auf eigene Faust durch.

Unterbrochen von einem Regenschauer um den anderen hangeln wir uns von Achterbahn zu Achterbahn. Wir fahren natürlich nur die großen gefährlichen Attraktionen (Colossos u.ä. (Nomen est Omen!)) und haben für die Marienkäferbahn dann doch nur ein müdes Lächeln, aber keine (wertvolle Sonnenschein-)Zeit übrig. Dass ich meine Begleitung zur Gondelfahrt gezwungen habe („für Senioren 60+“) dankt sie mir mit dem „Scream“-Tower. Direkt daneben gibt es zwar den Kinder-Scream, er hat statt seines großen Bruders nicht 71, sondern nur geschätzte 7 Meter Höhe, aber mein sanftes Drängen wird nicht erhört. Mir würden die für den freien Fall auch die kleine Variante reichen. Frau D. zieht mich trotz Protest in an den Eingang. Schon in der Warteschlange wische ich mir den kalten Schweiß von der Hand und versuche D. zur Nachsicht zu zwingen, indem ich ihr meinen Puls demonstriere. Mein Hinweis auf meinen desolaten Kreislauf bringt sie nur zum Lachen und sie erzählt irgendwas von Stolz, Angstüberwindung und Weichei.
Wie auch immer, ich habe beim freien Fall jedenfalls nicht ge“scream“t und bin stattdessen -zurück auf dem Boden- verstört aus dem Haltebügel gezittert. Frau D. hat mich gestützt.

Eins weiß ich nun also: Sollte ich je so sterben, dann mit erstarrtem Gesicht, offenem Mund und noch weiteren Augen.

Bis bald
euer Ambitionsmädchen

Suchbild

September 6, 2009

Hallo meine Lieben,

hier im hessischen Fulda gibt es eine tolle Lokalzeitung, mit spannenden Berichten aus dem Gemeindeleben. Ich hab sogar ein Suchbild entdeckt! Sehr cool! Ich will euch auch gar nicht lange auf die Folter spannen. Wer findet die neue Petersberger Schützenkönigin?

schuetzenkoenigin_sm
Kleiner Tipp: Ihr erkennt sie an der filigranen Krone…
(Die Auflösung kommt, wenn ihr auf das Bild klickt)

Entzückend! 🙂  Der Bericht vom Heidepark folgt nächstes Mal…

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

Lassen Sie mich durch! Was soll hier heißen nur für Kinder bis 12 Jahren?!

September 4, 2009

Hallo meine Lieben,

mein Tischkicker-Kollege hat heute seinen letzten Arbeitstag. Welch plötzliche und traurig blöde Überraschung diesen Morgen. Er hat mir ein Abschiedsgeschenk mitgebracht: seine Tischkicker-Griffbänder. Eins ist weiß, das andere schwarz. Das ist Romantik in Sprechweise feiner Kerle. Ich bin aufrichtig gerührt und werde Sie mit Würde und hoffentlich in seinem Sinne weiternutzen.

Getreu dem Motto „Gay and away“ geht es heute Abend noch auf nach Fulda und von dort aus morgen früh in ein vielversprechendes Abenteuer: „Rosa Tag im Heidepark“. Unter Tunten und Butches werde ich das Eintrittspreis-Leistungs-Verhältnis maximal  ausschöpfen, um meinen Adrenalinspiegel mal wieder so richtig hochzutreiben. Egal was, ich fahre mit allem: Achter-, Geister- und Marienkäferbahn…
Foto und Bericht werden folgen 🙂

Ach und noch ein Homonym in eigener Sache: ein Gruß an dieser Stelle an jene besonders großen Tibet-Fans! 😉

Euch ein schönes Wochenende und bis bald,
euer Ambitionsmädchen

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Just listening
2Raumwohnung – Lasso
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