Archive for Juni 2009

Strangers and Friends

Juni 30, 2009

Hallo meine Lieben,

das Thema Netzwerk-Plattformen habe ich mich ja schon mal >> ausgiebig verbal geächtet, ganz pharisäisch aber gestern mein Xing Profil aktualisiert. Tatsächlich habe ich dort auch ein paar (reale) Freunde gefunden und „gefragt“ ob sie ebenso virtuell mit mir vernetzt sein wollen. Das geht heutzutage ja effizienter als jeder Butterbrot-„Ja-Nein-Vielleicht-Fresszettel“.
Dass virtuelle und „echte“ Freunde nicht miteinander zu verwechseln sind, darüber hat letzte Woche einer meiner derzeitigen Lieblingsblogger >> Seth Godin einen ziemlich guten Beitrag geschrieben: „>> The difference between strangers and friends

Noch etwas in eigener Sache:
Gestern Abend habe ich erfahren, daß ich sogar Leser in einem beschaulichen Dorf im Frankenthal bei Mannheim habe. Gut… den Namen des Ortes hab ich jetzt schon wieder vergessen (die Info kam bei der 3. Flasche Weißwein)… aber… ich grüße ganz herzlich die Frau Franz! Und ich meine nicht das junge Göhr! Sie! Ja genau Sie! Toll, daß Sie auch hier sind! 🙂

Nur damit wirklich jeder Leser weiß, daß ich mich auch über jeden einzelnen freue!

Bis bald,

euer Ambitionsmädchen

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Alles außer Hochdeutsch

Juni 28, 2009

Hallo meine Lieben,

ich saß gerade mit dem Fuchs auf meinem genialen Balkon in der neuen Wohnung. Nachdem ich fand, dass ich genug über Funktionsmanagement in Linienorganisationen gelernt hatte und sich gefährliche Langeweile einzustellen begann, zog ich alle Register damit meine Teuerste (wenigstens mal Anstalten macht) von Ihrem Controlling-Skript aufzublicken. Ich versuchte es mit zunächst Lock-Pistazien und stellte ein kleines Schüsselchen auf einen Hocker zwischen uns. Sie futterte sie mit der Gelassenheit (und ich möchte sagen Gleichgültigkeit) einer Oberbayerischen Milchkuh einfach weg. Nachdem die Schüssel entsetzlich schnell leer war und sie immer noch nicht von ihrem Skript (locker auf den hochgelegten Beinen) aufschaute, ja mich keines einzigen Blickes würdigte, wurde ich etwas direkter.
Ich holte das zeitlos geniale „Stratego“-Brettspiel und ersetzte das Pistazien-Schüsselchen durch den Spielkarton. Dann setzte ich mich wortlos daneben, die Hände erwartungsvoll in den Schoß gelegt. Außer einem müde mitleidigem Lächeln – und mich sowieso nur aus den Augenwinkeln wahrnehmend- rang sie sich aber nichts weiter ab. So konnte der Hundeblick natürlich keine Wirkung haben!

Es half schließlich alles nichts und ich musste mich mit mir alleine beschäftigen. Damned! Ich zog meine >> gute alte Klampfe an die frische Luft. Ein paar Akkorde sinnlos anzupfen, die Finger warmgreifen und anstatt dem Spiel, nun ein Liedbuch auf dem Hocker aufschlagen. Nach monatelanger Abstinenz fing ich gaaanz langsam wieder an: „Knocking on heavens door“. Immerhin ließ sie irgendwann einen Kommentar fallen, die Melodie würde sie irgendwoher kennen. Von da an hoch motiviert, arbeitete ich mich weiter zu „>> I’m a big big girl“ (nur ganz kurz, weil sie das blöd fand) und „>> Earth song“ (weil ein kurzer Tribut an Michael Jackson grad ruhig sein darf). Schließlich fand ich beim Durchblättern einen meiner persönlichen Dauerbrenner.

Ich fing an die ersten Akkorde zu spielen und sang sogar (gedämpft, es ist schließlich Sonntag auf dem Balkon mit). Wer könnte „>> Fürstenfeld“ wohl glaubhafter, inbrünstiger und mit Herzblut singen, als eine Native-Speakerin in Zentralschwaben?

Ich holte gerade tief Luft, um zum Refrain anzusetzen, als sie mich plötzlich rüde unterbrach: „Sag mal, warum singst Du denn nicht deutsch???“ Mir ist glatt mal das Plektron abgerutscht und das Geräusch von ächzenden Gitarrenseiten zerriss jäh unsere Hinterhof-Idylle.

Muss ich das jetzt erklären? Kann das bitte jemand anderer für mich machen?

Ich muss jetzt aufhören und erst mal ganz elementare Grundlagen-Aufklärung durchführen 😉

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

Entscheidungskampf im Treppenhaus

Juni 22, 2009

Hallo meine Lieben,

aufmerksame Leser werden feststellen, dass noch eine -vor wenigen Beiträgen- versprochene Story fehlt. Girls (and boys), here it is:
Es ist Mittwoch Abend und (an diesem Tag zumindest) strahlender Sonnenschein. Direkt nach Betreten der Wohnung habe ich mich der Business-Kasperlverkleidung entledigt und schlüpfe zur Begrüßung des jungen Sommers in eine meiner selbstimportierten, mordsbequemen Indienhosen. Dazu entscheide ich mich für barfüßig und Flip-Flops, Spaghettiträger-Oberteil und meine knallgelbe Indien-Baumwolltasche. „Du bist Woodstock!“ grinse ich mich im Spiegel an und packe noch einige Portionspackungen meines  indischen Gutkha-Kautabaks aus der Schublade. Die werd ich mitnehmen in den Park, wo ich mich heute noch mit den Mädels treffe.

In diesem Moment klingelt es an der Tür. Weil ich gerade direkt daneben stehe, drücke ich auf den Buzzer für die Haustür und frage ins Zimmer meiner Mitbewohnerin, wen sie denn erwartet. „Eigentlich niemand“ ruft sie zurück und so stelle ich mich verwundert ins Treppenhaus und schaue von oben auf zwei Hände, die sich am Geländer hocharbeiten. Es stellt sich heraus, dass die Hände zu zwei stämmigen Damen gehören. Zu diesem Zeitpunkt denke ich noch, es könnte womöglich jemand von unserer Maklerfirma sein.

„Hallo, mein Name ist Frau X und das ist Frau Y! Wir wollten uns mit Ihnen zur Bibel unterhalten.“
„Zur Bibel?“ Meine Augenbrauen gehen hoch und das Lächeln friert unweigerlich fest.

„Ja genau, haben Sie denn einen Augenblick für uns Zeit?“
„Ähh… also eigentlich bin ich gerade auf dem Sprung“ -> 1:0

„Das macht nichts, es wird auch gar nicht lange dauern“ -> 1:1
„Also… ich glaube ich bin auch wirklich nicht der richtige Ansprechpartner“ -> 2:1
„Meinen Sie?“ -> 2:2

Meine Gestik wird leicht hilflos und mir wird klar, dass es sich bei der Lady um eine Profi-Insgespräch-Verwicklerin handelt und ich jetzt(!) alle Register ziehen muss.

„Ja, weil… wissen Sie, ich hab mit Kirche nicht so viel am Hut!“ -> (klares!) 4:2
„Kirche und die Bibel haben auch gar nichts miteinander gemein! Die Bibel kann in der heutigen Zeit so etwas wie FAQs für alle Lebensfragen sein!“  (damned, gleich 2 Punkte für sie!) -> 4:4

„…FAQs?!…“ (Woher kennt die eigentlich so ein Wort?)
„Richtig! Warum können Sie sich damit denn nicht identifizieren?“
„Schau mich an! Weil ich heute ein alternativer Hippie bin!“ denke ich und sage stattdessen den Killersatz: „Weil ich lesbisch bin“ (-> 6:4)

Mein Blick fällt auf die Gutkha-Packungen, die ich noch immer in der Hand halte. Reflexartig halte ich sie ihr wie zum Beweis hin: „…und ich nehme Drogen!…“ Stille! Volltreffer! Die Gute ist platt! -> 8:4

Jetzt steht sie(!) mit hochgezogenen Augenbrauen und gefrorenem Lächeln da.
„…ja…dann…ähm…wir wollen Ihnen die Bibel ja auch nicht aufdrängen…“
„Nehmen Sie es bitte nicht persönlich, aber ich glaube, ich bin nicht Ihre Zielgruppe.“

Wir drei seufzen. Sie verabschieden sich. Als ich die Wohnung wieder durch die offene Tür betrete, liegt meine Mitbewohnerin lachend auf dem Bett.

What a showdown! 🙂

Euer Ambitionsmädchen

PS: >> Guthka ist natürlich keine Droge, sondern schmeckt einfach nur scheußlich! 😉

Zingaros in Deutschland

Juni 21, 2009

Hallo meine Lieben,

erinnert ihr euch an meinen >>argentinischen Zahnarzt? Er kommt nach Deutschland! Was für eine unerhörte Freude! 🙂 Zusammen mit den beiden anderen sympatischen jungen Herren bilden die drei die Gruppe >> Zingaros und als solche kommen Sie nun nach Europa zur „Gira Europea 2009“.

Mehr Infos zu Ihnen und Ihrer Musik findet ihr auf der >> Homepage. Dort findet ihr auch einige >> Hörproben.

Anbei ein Auszug aus den Konzertankündigungen:
Die Zingaros sind ein faszinierendes Trio aus Córdoba, Argentinien. In ihrer Musik verschmelzen traditionelle Roma-Melodien aus Osteuropa, geprägt von Euphorie, Improvisation und Leidenschaft, mit der sehnsuchtsvollen Nostalgie und bittersüßen Melancholie des argentinischen Tango. Gewürzt mit Einflüssen aus Jazz, Flamenco und moderner Klassik, ergibt sich eine außergewöhnlich lebendige Fusion von Klängen aus Alter und Neuer Welt.

Die Konzertdaten im Einzelnen:
25 Juni – Fusion Festival – Lärz – Deutschland – 20 h
26 Juni – Weltladen – Tirol – 20 h
27 Juni – Instituto Cervantes – Österreich – 20 h
28 Juni – Donauinsel festival – Viena – Österreich 20 h
01 Juli – Theater Spittelberg -Viena – Österreich – 20 h
02 Juli – L´Inoui – Luxenburg – 20.45 h
03 Juli – L´Inoui – Luxenburg – 20.45 h
04 Juli – L´Inoui – Luxenburg – 20.45 h
05 Juli – Breminale Festival – Bremen – Deutschland – 16 h
08 Juli – Raum der Kulturen- Leipzig Plagwitz – Deutschland – 20.30 h
09 Juli – Circus Variete – Halle – Deutschland -20 h
10 Juli – Klub Solitar – Chemnitz – Deutschland – 20.30 h
11 Juli – Natuzzi Cafe – Köln – Deutschland – 20 h
12 Juli – Frau Haule -Bonn – Deutschland – 11.30 h

Mein Zugticket nach Köln ist schon gebucht! 😉

Euch einen starken Start in die neue Woche,
das Ambitionsmädchen

Wundersame Rush-Hour

Juni 20, 2009

Hallo meine Lieben,

ich will euch von einem Erlebnis erzählen, charmant und eigentlich ganz unspektakulär.

Vorgestern auf dem Nachhauseweg setzte ich mich in die S-Bahn. Ein Mann mit zotteligen dunklen Haaren und einer Brille mit dickem schwarzen Rand saß mir gegenüber. Das Hemd nur nachlässig in die abgetragene Hose gestopft, verknautschte Schuhe, der Trekking-Rucksag auf dem Platz neben ihm. Einen abgegriffenen Papp-Ordner als Unterlage benutzend, zeichnete mit einem Bleistift auf ein Stück Papier. Ich fing an, ihn heimlich zu beobachten.
Es war ein Porträt. Immer wieder hob er den Kopf, ganz leicht, unauffällig und schielte auf die andere Seite. Ein junger Mann saß dort und blickte gedankenversunken aus dem Fenster. Es war jener dumpfe Zustand, in den man schnell ohne Gesprächpartner oder ein Buch verfällt. Mein Gegenüber platzierte seine Striche und Schatten, korrigierte hier und dort mit dem Radiergummi. Ganz ruhig, unbeirrt, ohne Hektik. Eine Station nach der anderen. Die Plätze neben uns wurden abwechselnd besetzt und frei. Fast jede Haltestelle neue Gesichter. Es war eine stille Freude ihm zuzusehen. Kurz vor dem Hauptbahnhof erhoben wir uns beide. Er drückte dem überraschten Mann am Fenster seine Zeichnung in die Hand. „Für Sie“ sagte er leise, lächelte und ging weg, als wäre es das normalste der Welt.

Ich verlor ihn am Bahnsteig sofort aus den Augen und war doch noch lange danach seltsam berührt. Dabei war gar nichts passiert. Ich hatte jemanden beobachtet, der jemanden beobachtet, der träumt und doch fühlte es sich an, als wären am Schluß drei Menschen auf wundersame Weise verbunden.

Wie sagte schon Marcel Proust: „The real voyage of discovery consists not in seeking new landscapes but in having new eyes.“

In diesem Sinne: Auf  daß wir nicht verlernen, immer auch die feinen Wunder-Momente in unserem Alltag zu sehen!

Euer Ambitionsmädchen


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