Fast ein Bondgirl

Hallo meine Lieben,

hier ist eindeutig 30°C Flip-Flop-Saison. Einige Dinge sind hier in Südamerika schon ganz anders; nicht nur >> die Mode, auch ich. In Deutschland präsentiere ich meine Zehen zu Höchsttemperaturen schön bunt, da bin ich gerne auch mal Queen. Aus diesem Grund habe ich ein wahres Schmuckkästchen an Nagellacken und bin profimäßig „equipped“. Warum ich das erzähle?

Es war vor knapp zwei Wochen, als sich Michelle (die Spanischlehrerin) tagsüber angekündigte, mich um 23 Uhr abzuholen, um dann gemeinsam zwei Blocks weiter in die “ochentoso bar” zu tilgern und zwischendurch mal abzuschalten. Ich wollte glänzen an diesem Abend und hatte mir eigens nachmittags in der Farmacia einen zartrosa Glitterlack besorgt. Es war kurz nach neun, als ich aus der Dusche stieg. Total untypisch für mich, hatte ich beschlossen meine Nägel auch gleich im Bad zu lackieren. Normalerweise ziehe ich für solch feinsinnige Angelegenheiten die Couch vor. Da stand ich also mit Frotteeturban, meine Blöße nur von einem Handtuch bedeckt und Klopapierknubbeln zwischen den Zehen.

Natürlich hatte ich den Riß in der kleinen Flasche schon vorher gesehen, doch ich konnte -nein ich wollte nicht- nicht ahnen, daß sie sich beim Öffnen in vier Teile zerlegen würde. Zum Glück war ich über dem Waschbecken und nicht im Wohnzimmer, wo sich der Lack mühelos in die dicken Parkettboden-Ritzen geschmiegt hätte. Eine Schrecksekunde lang betrachtete ich, wie der Lack zuerst über meine linke Hand und danach ins Waschbecken lief. Aus mir -von der heutigen Perspektive aus betrachtet- nicht mehr nachvollziehbarem Grund entschloß ich mich aber, voller Trotz zuerst noch meine Fußnägel mit dem spärlichen Rest in einem der Bruchstücke zu zieren.

Die 2 Minuten später spürte ich schon, wie der Lack anfing auf meiner Haut zu trocknen. Da hatte mir der Dampf wahrscheinlich schon mein Hirn vernebelt, warum sonst hätte ich den Wasserhahn aufgedreht und meine Hände unter dem Strahl gerieben. Es war eine wirklich ganz -ganz- dumme Idee. Der Lack begann zu kleben und war inzischen gleichmäßig über beide Hände verteilt. Ich griff zur Klopapierrolle und wußte sofort, auch das war keine gute Idee. Klebender Nagellack läßt sich nicht abschrubben! Nun hatte ich also auch noch an beiden Händen große weiße Fetzen kleben. Natürlich ließen sie sich nicht abwedeln, was hatte ich eigentlich geglaubt? Ich kam mir vor wie in einem schlechten Film. Warum auch immer, aber in diesem Augenblick gewann plötzlich die Panik, der Lack könnte für immer im Waschbecken hängen bleiben, die Oberhand. Hechelnd, mit gespreizten Zehen, auf den Fersen balancierend und die Hände wie ein OP-Arzt kurz vorm Einsatz abgespreizt, torkelte ich in die Küche und griff zur Putzbürste. (Es wird kaum jemanden wundern, wenn ich sage sie glänzt seitdem rosa?!) Sie blieb sowieso auch gleich in meiner Hand kleben und so hastete ich mit ihr zurück ins Bad. Warum? Warum versuchte ich, den Lack „wegzubürsten“? Warum schüttete ich meine eh so wenigen Vorräte Lackentferner ins Waschbecken? Warum erst dann nochmals über meine Hand, nur um den Lack abermals in eine zähe persistente Schicht zu verwandeln, die sich eben nicht ablöst?

Es war 22.20 Uhr als ich eine SMS von Michelle bekam. Sie hätte Kopfweh und müsse daher absagen, „Sorry!“. Zu dieser Zeit saß ich schon reichlich derangiert am Schreibtisch und versuchte noch immer verzweifelt, meine Hände vom Lack zu säubern. Ich war nicht traurig, sondern dankbar und erleichtert. Meine bescheuert zartrosa Glitterhände betrachtend, musste ich unweigerlich an das >> Bondgirl aus „Goldfinger“ denken. So ähnlich wie ich, muß sich wohl gefühlt haben, bevor sie leblos, mit einem Ganzkörper-Goldschicht nackig auf dem Bett lag.

Ich war an diesem Abend noch zwei weitere Stunden mit Säubern beschäftigt. Richtig aufgehört zu glitzern haben sie erst 2 Tage später.

Manche Sachen sind hier anders…. ich auch… bis auf weiteres bleiben meine Füße nämlich im „nature look“ 😀

Bis bald,

euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
2Raumwohnung – Sexy Girl
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2 Antworten to “Fast ein Bondgirl”

  1. Kitty Says:

    Hey, sei froh dass es dir nicht wie dem neuen Bondgirl erging: die ist über und über mit schwarzem Öl bezogen. Dabei war das die bezaubernde Gemma Arterton, deren devoter Fan ich seit „St. Trinian’s“ bin. *sigh…*

  2. ambitionsmaedchen Says:

    Ohje… die Girlz enden auch immer schlimmer… obwohl… vielleicht sieht das dann aus wie ein Ganzkoerperlatex-Anzug und dann waere es ja schon wieder sexy…. 😉

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