Archive for Oktober 2008

Produktlebensenden

Oktober 29, 2008

Hallo meine Lieben,

mein Lieblingskuli hat sich gestern verabschiedet. Ich glaube ich war selten in meinem Leben so angetan von einem Schreibgerät.
Sein letztes Wort war „schreiben“. Was für ein glückliches und würdevolles Ende…

Im Schreibladen mit der netten Verkäuferin gab’s nochmal den selben. Happy End auch für mich! 🙂

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
Taal Zaman – Dustbowl (Shamash Mx)
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Milieuüberschreitende Gesellschaftsplattformen

Oktober 25, 2008

Hallo meine Lieben,

es regnet und die 30°C der letzten Tage für dieses Wochenende bleiben ein frommer Wunsch. Gut, verbringt man halt mal einen Samstag zuhause. Geputzt ist, die Struktur für meine Hausarbeit steht und zum Lernen hab ich nicht wirklich Lust. Da hab ich dann einfach neue „Freundschaften“ geschlossen, virtuell! „Geht ja alles online heutzutage!“, „kein Ding!“ >> Frau Kittyhunter ist jetzt meine Freundin im Facebook. Ich bin entzückt! Und: Ja, richtig gelesen ich bin „global vernetzt“ und „gläserner Bürger“ im zweitschrecklichsten Netzwerk nach Studi-VZ. Ganz ganz dicht gefolgt vom Zielgruppenportal #3: Lesarion. 
Letzteres dient jedesmal zuverlässig zum Zeitvertreib an Regentagen und trägt ungemein zur Unterhaltung bei. Auch dort richtet man sich ein Profil ein und darf sich so doll man will auf drei Seiten ausbreiten und schmücken. Da strotz das Leben, das(!) ist eine mileuüberschreitende Gesellschaftsplattform! Dagegen sind Kontaktanzeigen im Tagblatt wie ein Schallplattenspieler neben dem Plasma-HDTV!
Heute bin ich schon zum Victim geworden! Die Userin „wun***“ aus Berlin find ich nämlich super! Sie wünscht sich ein „realistisches kennen lernen“ (…realistisch…) und „beißt auch“ nicht. Na wenn das mal nicht vielversprechend klingt? Und tatsächlich! Ich nehme ihr sofort ab, dass sie „humorvoll-sympatisch-gutgelaunt“ ist. Das erkennt man gleich an den vielen „*grinsel*“s und „*lächel*“s! Doch Vorsicht! Wer verheerende soziale Signale aussendet, wie zum Beispiel „psyschos“, „Kerlo Frauen mit Macho Sprüchen“ oder eben auch „sehr naive und sensible Frauen“ haben bei ihr keine Chance! Wer nur an „sinnlosen Mails […] um über das Wetter zu plaudern oder Rezepte austauschen“ interessiert ist, sollte lieber auch gleich ihr Profil „überspringen und schlummern lassen *schmunzel*“! Doch wer ihr die Frage beantworten kann, wovon sie träumt, der sollte sie direkt und „gerne ÜBERRASCHEN“!

Mensch prima! Warum hat die denn noch keine abbekommen? Sapperlott! Fast möchte ich sie unterstützen und verlinken… aber den Gefallen tu ich euch nicht und der Name ist geändert, ätsch! Die halt ich mir selber warm! (Keine Sorge Frau C.F., an Dich kommt sie natürlich nicht ran…) 😉

Bis bald,
euer Lästermädchen *schmunzelgrinsel*

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Just listening:
Snow Patrol – Take back the city
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Von Vorfreude und Normkartoffeln

Oktober 22, 2008

Hallo meine Lieben,

in einem kurzen Panikanfall habe ich einen meiner Lieblingskomilitonen gebeten, mit mir tagsüber zu lernen, damit ich abends in der Prüfung nicht ganz sang- und klangslos untergehe. Früh morgens stand er dann auch wie versprochen vor der Tür und wir hämmerten uns den Stoff in die Köpfe. Am späten Nachmittag waren wir immer noch nicht fertig, nur reif für eine ausgiebige Pause. Mit dem Hinweis auf die vielen gesunden Vitamine, bot ich ihm an, uns einen  Apfel kleinzuschneiden. Mir viel wieder ein, dass ich selbst in Deutschland schon mal festgestellt hatte einen argentinischen Apfel gekauft zu haben und so kamen wir ins Gespräch über den In- und Export von Obst und Gemüse.
Zugegeben etwas überspitzt berichtete ich ihm, dass es zum Beispiel so einen Riesenberg Kartoffeln im Supermarkt wie hier, bei uns kaum gäbe. Stattdessen sind Regelungen und Normen so streng, dass sie sogar die Größe der Kartoffeln Vorschreiben. Ungläubig zog er die Augenbrauen hoch und begann zu schmunzeln. Davon angeheizt fuhr ich fort. So gibt es eine Handelsklassenverordnung für Speisekartoffeln (BGBL.I, S.2245 vom 22.12.1989) und die besagt sehr genau, wie eine gute deutsche Kartoffel zu sein hat. Form und Größe sind festgelegt und die >> „Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)“ weiß das natürlich ganz genau:

„Je nach Sorte gibt es folgende im Rahmen der Handelsklassen festgelegte Knollenformen: rund, rundoval, oval, langoval und lang.
Langovale bis lange Sorten dürfen im Durchmesser nicht unter 30 mm, runde bis ovale nicht unter 35 mm groß sein. Für Kartoffeln ab 25 mm Größe gibt es die Bezeichnung „Drillinge“. In Packungen mit einem Füllgewicht von 5 kg und weniger darf der Unterschied zwischen der kleinsten und der größten Knolle maximal 30 mm betragen. Knollen mit einem Durchmesser zwischen ca. 40 – 60 mm zeigen für den Speiseverzehr besonders gute Qualitäten.“

So präziese habe ich mich gestern natürlich nicht ausgedrückt, das habe ich heute noch nachträglich recheriert. Doch es genügte, um ihn sichtlich zu unterhalten. Am witzigsten war allerdings das Ende meiner wüsten Tirade auf deutsche Bürokratie, als ich die Augen verdrehte und seufzte: „Ja ja, so sind die Deutschen“. Er sah mich an, dann auf meinen Teller und fing lauthals an zu lachen. Ich sah nach unten auf mein Werk und wußte sofort warum. Meine Apfelschnitze waren ein Muster(!)beispiel deutscher Normgrößen: eines wie das andere, alle gleich groß und genau gleich dick. Es war beschähmend!!! Beschähmend!!!

Die Prüfung war dann übrigens „ganz OK“. 😉
Jetzt freue ich mich schon auf heute Abend, denn um halb sechs gehts los in die Bäckerei. Wir machen einen Probelauf „los Brezenes“. Ich glaube man würde das Know-How Import nennen 😉

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
Wir sind Helden – Ode an die Arbeit
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Eine Stunde weniger und kein Platz!

Oktober 20, 2008

Hallo meine Lieben,

gestern war hier in Argentinien der „Feliz Día de Madre“, also der Muttertag. Gut, dass ich so im Lernen vertieft war, sonst hätte ich meine Mami doch glatt total vermisst! (Hiermit sei auch gleich ein dicker Kuss an sie gesendet!!!)

Und es gab noch mehr, was an mir vorüberging, ohne dass ich es bemerkt hätte. Die Argentinier haben tatsächlich auch die gleiche lästige periodisch wiederkehrende Zeitumstellung wie die Mitteleuropäer. Aangeblich in Buenos Aires ja nicht, sondern nur in Córdoba. Aber dazu muss ich erst noch näher recherchieren. So weiß ich erst seit gestern Abend, das auch hier die Uhr um eine Stunde vorgestellt wurde. Da ich mich damit aber noch nie so richtig auskannte und ich mir  weder sicher bin, ob in Deutschland die Uhr schon umgestellt wurde, noch ob vor oder zurück, weiß ich nun nicht wie groß der Zeitunterschied aktuell ist. Wenn sich in der guten alten Heimat noch nichts tat, dürften es nun nur noch 4 anstatt 5 Stunden sein. Falls dem nicht so ist, bitte ich um Aufklärung…

Alles was ich heute sonst bisher erfahren habe ist: es gibt in Argentinien keine DIN-A4 Schreibhefte; nur Blöcke. Weil das wären ja sonst „libros“ also Bücher klärte mich die nette Verkäuferin schon auf. Wo sollen sie denn jetzt nur hin, die vielen Vokabeln? „Gerichtsstand“, „Gesuchersteller“, „Zollabfertigung“ und „Fiskus“ brauchen doch einen Platz?!
Bin verwirrt…. schon ganz schön….

Bis bald,
Ambitionsmaedchen

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Just listening:
Duncan Sheik – White Limousine
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Comex

Oktober 18, 2008

Hallo meine Lieben,

„Comex“, so stylisch nennen meine Kommilitonen das Fach „Comercio Exterior“. Seit drei Tagen frage ich mich, was mich dazu bewogen hat, argentinische Außenwirtschaft als Studienfach an der UTN zu wählen! Am Dienstag ist die „Parcial“, also die Zwischenprüfung und ich gehe schier unter in Vorschriften, Gesetzen, jeder Menge (mir kryptischen) Abkürzungen und -ganz ehrlich auch das- Selbstmitleid!

Aus diesem Grund möchte ich heute einen Aufruf starten, der seinesgleichen in diesem Blog vergeblich sucht! Ich will Post!!! Und zwar nicht schon wieder eine Nebenkostenabrechnung oder von der argentinischen Telecom. Ich will moralische Unterstützung! Eine Postkarte, einen Brief! Irgendwas was der Hausmeister noch unter dem Türschlitz durchschieben kann! Einfach adressieren an:
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BLVD San Juan 517
Piso:4 DTO:B
X5000ATF
Córdoba – ARGENTINA
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Mehr brauchts nicht… und mehr trau ich mich jetzt auch schon gar nicht mehr schreiben. Mein Script brüllt mich an: „Gravámenes a la Importación“ (= Leistungspflichten auf Importe)!
Ach du Schreck!

Bis bald,
Ambitionsmaedchen

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Just listening:
Beck – Loser
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