La vida loca

Hallo meine Lieben,

natürlich ist es einfach, „danach“ immer zu sagen man hätte es ja „vorher“ schon gewußt, aber ehrlich -echt- ich hab es vorher schon gewußt! Zumindest hab ich es mir ganz (ganz!) schwer gedacht! Was? Ich sag nur soviel: Letzte Woche hat mich meine Spanisch-Lehrerin in eine Frauenbar mitgenommen. So bin ich also -noch bevor ich sagen konnte „¿hay una escena?(??)“- auch schon in der argentinischen Version selbiger angekommen.

Am Freitag gingen wir zusammen schließlich noch zu einem absoluten Geheimtipp, wie sie mir versicherte. Eine Freundin von ihr betreibe eine kleine inoffizielle Bar, zu der nur exklusive Gäste Zutritt hätten. Über meinen flotten Karrieresprung in die mondäne Gesellschaft Córdobas war ich dann selber überrascht.
Tatsächlich sah man der „Location“ von außen nichts an, war sie doch von einer hohen weißen Mauer umgeben. Wir klingelten an der Pforte und wenig später öffnete uns eine junge Version von Bob Marley die Tür. Durch einen kleinen Vorgarten ging es ins „Casa“. Es war voll. Die Leute hatten einen kleinen Korridor freigelassen, durch den junge Modells mit ausgefallen Kleidern stelzten. Offensichtlich kamen wir gerade in mitten einer kleinen Modeschau an. Die Wände waren Purpur gestrichten, die Decke wurde getragen von jungen Baumstämmen, die wie in einer Hütte aneinandergereiht lagen. Nahe des Eingangs gab es einen weißen Kamin mit offenem Feuer und an allen Wänden standen Sofas und Sitzecken. Die Leute waren sehr unterschiedlich, wenn gleich auch meist relativ jung. Ganz klar, dieser Ort war nicht nur eine Gaybar, sondern zugleich ein Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen. Es herrschte eine familiäre, gemütliche Atmosphäre und so war es kein Wunder, fühlte ich mich sofort wohl. Wir holten uns an der Bar etwas zu trinken und Michelle führte mich noch in der Casa herum. Das kleine, liebevoll dekorierte Haus wurde nur für Parties genutzt. Eine Terasse, die direkt zum Hintergarten führte diente immer wieder als Platz für kleine Open-Air Sessions. Von drinnen hörten wir klatschenden Beifall. Einige Studentinnen ließen sich feiern. Ich folgerte, es müssten die Designer gewesen sein. Keine Stunde später hatte sich eine kleine Liveband in einem der Räume aufgebaut. Der Rythmus ging sofort ins Bein: brasilianischer Bossa Nova. Die betrunkene Besitzerin sang mit rauchiger Stimme mit. Was für ein Flair! Ich sog die Stimmung regelrecht in mich auf. Ich fühlte mich wie angekommen.

Gestern Abend waren die Jungs und ich mit „Ale“ (dem musizierenden Zahnarzt) auf der „Feria Artesanal Paseo de las Artes“, einem Künstlermarkt unweit meiner Wohnung. Dort verkaufen Händler an ihren kleinen Ständen vom Mate, über Töpferwaren bis hin zu Schmuck alles, was Menschenhände zu formen vermögen. So kam es, dass ich nun nach zwei Wochen endlich auch mein eigenes Mate-Gefäß habe und es nun -ganz wichtig!- erst eine Woche lang mit „yerba“ (also dem Matekraut) einweichen muss, um dem Kürbisgefäß seine Bitterstoffe zu entziehen. Der erste Aufgrußrunde im Freundeskreis wird also noch etwas auf sich warten lassen 😉

Anbei für euch noch ein Bild von meinem letzten Spaziergang. Schön… gell?!

Euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
Zingaros – Gypsy Tango
>> watch at YouTube (Ale ist der in der Mitte 😉 )
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3 Antworten to “La vida loca”

  1. Kitty Says:

    Wow. Was für eine coole Geschichte. Cool und verrucht. Mehr davon! Bitte bitte!!

  2. ambitionsmaedchen Says:

    Hui, danke für das Kompliment! Ja… also ich werd versuchen, dass ich noch möglichst tolle Sachen erlebe… 😉 und euch natürlich dran teilhaben lasse!

  3. “Gay in Argentina” oder “Ich möchte nicht über Brezen sprechen” « Ambitionsmädchen Says:

    […] kuschelige inkognito Bar hier in Córdoba, von der ich euch schon >> einmal erzählt habe: “>> La […]

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