Me gusta Córdoba

Hallo meine Lieben,

ich mag Córdoba! Es wird langsam Mittag und wenn ich jetzt dann geduscht habe, mach ich mich daran, die Reste von gestern aufzuräumen. Heute Abend hat mich der Zahnarzt zu einem Konzert seiner Band eingeladen.

Den sonst obligatorischen Sprachunterricht haben wir gestern schon vorsorglich auf Montag verschoben. Michelle gibt uns privat Spanischstunden. Sie ist alleinerziehend und lebt mit Ihrem Sohn Valentin in einer kleinen Piso nahe des Zentrums. Als wir das erste Mal bei ihr waren und ich meine Taschen und Jacke lässig auf die Couch werfen wollte, hätte ich fast ihren kleinen Hundewelpe Paco damit zerquetscht. Und nachdem ich mich fast der fahrlässigen Hundetötung schuldig gemacht hatte, fürchtete ich die Sympathie für mich würde nur sehr spärlich ausfallen. Gottseidank habe ich mich darin getäuscht und ich glaube, spätestens als sie mir ein Kompliment für meine Storm-Uhr gemacht hat und ich geschmeichelt und stolz „Gracias, es mi mujer!“ antwortete, war das Eis gebrochen. Sie wäre vor lachen fast vom Stuhl gefallen. Mir wurde im selben Augenblick bewußt, dass ich ihr gerade eben nicht erzählt hatte, es wäre meine Lieblingsuhr, sondern es sei meine Frau. Die korrekte Antwort hätte gelautet: „Gracias, es mi mejor“.

Tatsächlich waren die drei meiner Einladung zur Fiesta Alemania gefolgt, was mich zugegebenermaßen überrascht und gleichzeitig auch sehr gefreut hat. Auf Bayrams Laptop lief bereits Balkan-Partymusik, als die ersten Gäste um halb zehn eintrudelten. Ich hatte für reichlich Plastikbecher und Besteck gesorgt und nachdem auch Florian mit seinem aus Deutschland mitgebrachten Spätzles-Schaber da war, gingen wir daran, unsere argentinischen Amigos kulinarisch zu verwöhnen. Per Definition war die Ausgangssituation ideal. Ich hatte zuvor im Supermarkt gegenüber sogar einen Knödel-Schöpfer ergattert. Frische Bioeier und Salz gekauft; Zwiebeln liebevoll in Halbringe geschnitten und „la masa“ angerührt, bis sie schön „schmatzt“. Sobald Florian sie aber mit geübter Hand in den Topf geschabt hatte, gingen sie auf, daß schier „Bubenspitz“ daraus geworden sind. Stirnrunzelnd sahen wir uns an. Es war nur eine kurze Recherchen im Wörterbuch notwendig, bis wir wußten, dass ich Mehl mit beigemischter Trockenhefe gekauft hatte. So kam es, dass die Käsespätzle dann auch in der Pfanne „una masa“ blieben und einen, einer schwäbischen Oma herzzerreißenden Anblick, machten. Den Gästen hat es anscheinend trotzdem geschmeckt. Gut, daß sie es nicht besser wußten… 😉

Mit jeder Menge „Quilmes“ Bier fand selbst ich sie „OK“. Und wie ich da so zwischen den schnatternden Argentiniern, meinen deutschen Kumpeln und dem aufgedrehten Hundewelpen saß fühlte ich mich plötzlich sehr erleichtert und zufrieden. Anscheinend hatten alle Spaß und ich war froh über all mein Glück in dieser ersten Woche. Ich habe in kürzester Zeit eine tolle Wohnung gefunden. Ich habe Freunde, die mich hier erwartet haben und  darüber hinaus Menschen kennengelernt, die vielleicht sogar neue Freunde werden.

Ich fühle mich sorglos.

Morgen wieder mehr,
euer Ambitionsmaedchen

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Just listening:
Dalbello – Tango
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Eine Antwort to “Me gusta Córdoba”

  1. Zorro Says:

    hört sich gut an!
    und sieht wild aus!:)

    wie war der Mates? Hat er geschmeckt? Oder war es rein deutsch.. 😉
    KUSS

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