Archive for Februar 2008

Hochsteckfrisuren im Windkanal

Februar 22, 2008

Hallo meine Lieben,

wie grenzdebil kann man eigentlich sein? Ich spreche nicht vom dreistdummen Holzdiebstahl reichlich difizitgesegneter Einheimischen im dunkelsten Bayerischen Wald (aber darauf gehe ich noch näher ein). Es geht auch nicht um das Wochentag Vormittags-Fernsehprogramm diverser Privatsender (doch wird auch dieses zu späterem Zeitpunkt nochmals erwähnt). Ich sag’s ungern: Es geht um mich.

Blame it on the weatherman! Es muss an der Höhenluft liegen, anders kann ich mir nicht erklären, wie mich bloße Eitelkeit zur Selbstzerstümmelung („verschandln“ wie der Bayer sagen würde) anstiften konnte. Ich war noch keine fünf Minuten wach, als ich (wie mittlerweile bekannt sein dürfte ganz gewöhnlich) schlaftrunken ins Bad meiner Eltern tappte. Bei der Suche nach Wattepads griff ich in den Unterschrank des Waschbeckens und da lag er, schönheitsverheißend und unschuldig. „Probier mich!“ zwinkerte er mir zu. „Du willst es doch auch!“ raunte er wohlwissend. Bei: „Nie wieder Wutz – Sei auch Du eine Bayerwald-Queen!“ war mein Widerstand gebrochen.

Ich holte ihn raus, schaltete ihn an und ließ den eindeutigen Signalen meines Körpers („AAAHAHAAAAA was für ein Schmerz“) keine Chance. Ich bin ja tapfer! Genau, auch wenn keiner zuguckt und es vollkommen egal gewesen wäre, wenn ich sofort abgebrochen hätte. Nein! Ich mache weiter! Bis zum Schluß! Ja, rechts auch noch, nicht nur links! Getreu dem Motto: „Was mich zerstört, entscheide ich schon selber!“

Es ist wahrlich (und ich bin an dieser Stelle gerne ein stellvertretendes Negativ-Beispiel und bappe mir ein großes rotes „X“ auf die Brust) keine ratsame Idee, sich unter den Armen mit dem Epilierer zu enthaaren. Sein bloßer Anblick tut schon weh, die „Anwendung“ (das Gerätesurren verhallt erst noch in meinen Ohren) ist eine jähe Provokation der Tränendrüsen. Doch: der gefühlte Après-Wundbrand geht an die Grenzen jemals in Wörter gefassten Schmerzes.

Ich schreibe es dem Schockzustand zu, dass ich instinktiv zum Wund-Desinfektionsmittel griff und es weitflächig versprühte… Es war ein stummer Schrei. Doch er hätte das Potential gehabt, auch gut und gerne erst zwei Kilometer weiter im Wald zu verhallen. Meinem kleinen Neffen verdanke ich nun die erste Linderung seit Stunden. Erst seine Creme für wunde Babypopos verhalf mir, die Arme auch mal wieder locker hängen lassen zu können. Jetzt liegt er neben mir und ich wippe ihn tief dankbar in den Schlaf.

So habe ich eine Beschäftigung und mein Bruder samt Frau für eine Stunde Babypause. Wie schön, denn ich dachte schon, nur Hochsteckfrisuren könnten mich jetzt noch ablenken. Tatsächlich lief vor zwei Tagen im Vormittagsprogramm eines Privatsenders nämlich ein Betrag zum Thema „Nachhaltigkeit statischer Stabilität von Gala-Haartracht“. So würde ich es zumindest formulieren. De facto hat man -ich beschönige nichts und dichte nichts hinzu- die Qualität von Hochsteckfrisuren (Selfmade vs. Udo Walz) im Windkanal bei 120 km/h Windgeschwindigkeit getestet. Da hatte mich die Höhenluft noch nicht ins Delirium getrieben und ich griff zu Fernbedienung („Off“!!!) und danach zur Tageszeitung.

„Holzdiebstahl“ stand da in den Polizeimeldungen vom Vortag. Von wegen heile Welt. Nachbarn hatten vergangenen Sonntag ganz empört beobachtet, wie fiese Holzklauer am Waldrand des Dorfes dicke Holzriegel in Ihren 2er Golf schoben. Dem Kennzeichen nach, waren die Halunken mindestens 30 Kilometer für Ihren Beutezeug gefahren. Mein Bruder als Verfechter von Recht und Gerechtigkeit holte die Polizei. Nicht ganz uneigennützig, hatte man sich schließlich ganz dreist an unserem(!) Wintervorrat für die Heizung bedient. Unverhofft schnell war die Gendarmerie am Tatort. Kleines Zugeständnis: „Da Frank“, seines Zeichens einer der beiden Streifepolizisten, wohnt zufälligerweise auch hier im 50 Seelendorf. Sonst hätten die nie so schnell hierher gefunden, ganz sicher! So konnten Sie zügig mit dem Spurensichern beginnen. Ganz sicher: hätte ich mein YPS-Agentenset noch, hätte ich Ihnen geholfen. So wurde erstmal der Vorzeughalter sicherheitshalber identifiziert und mal besucht…

Einzig beruhigend: Der Dorfklatsch für die nächsten Wochen; der ist jetzt auch schon mal …gesichert.

Guten Start ins Wochenende! 🙂

Euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
Baby Luis – Schluckauf
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Auch mal wieder schön: Alltag

Februar 12, 2008

Hallo meine Lieben,

letzte Woche waren nun also die letzten Prüfungen. Natürlich wurde dem Anlass und dem (gefühlt blutigen) Fleiß entsprechend gebührend gefeiert. Spaghetti Carbonara mit anschließendem lockeren Umtrunk (im Studentenjargon auch „Vorglühen“ genannt). Gesellig mag ich’s ja gern. Das darf ruhig auch fotografisch dokumentiert werden (auch wenn ich mir selber höchstens sechs von zehn möglichen „gebärde dich lasziv, geschmeidig und schön“-Fotopunkten geben würde).

Noch blitzlichtgeblendet wunderte ich mich beim Betrachten der Schnappschüsse nur, wo auf einmal das Riesenmuttermal auf meinem Dekolté herkommt. Ein prüfender Blick in meinen Ausschnitt hat mich kurz erschüttert und direkt fahl werden lassen. „Ach herrje, mir hängt ein riesen Speckwürfel im Dekolté“. Lag es am gehobenen Alkoholspiegel oder an der fortgeschrittenen Stunde, dass meine Kommilitonen nichts sagten? Hat mir noch nie jemand in den Ausschnitt gekuckt und somit nicht wissen können, dass ich eben keinen 1-EURO-Stück-Leberfleck an mir trage? Ist das jetzt gut oder schlecht?

Es war übrigens dann doch kein Speckwürfel, sondern eine exorbitant große Schokoflocke vom Nachtisch. …was für ein Trost! 😉

Genießt den klimaerwärmten Wintertag!

Euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
The Chalets – Sexy Mistake
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„Loco Roco(?) im Prüfungs-Päuschen“ oder „ich bin Student“

Februar 1, 2008

Hallo meine Lieben,

hach war ich heute schon fleissig! 2 Stunden Prüfung liegen unmittelbar zurück und bei meinem enervierten Hirn dachte ich mir: hey, wenn ich den geistigen Zenit heute eh schon überschritten hab, schreib ich doch einfach was in den Blog 😉

Da darf auch Blödsinn rein. Wobei ich das ausgiebige Breittreten eines Themas ja schon schwer vermisse. Stattdessen kann ich meine Alltagsbeobachtungen wiederum nur kurz anreissen:

Das mit dem „unmittelbar“ war nicht ganz die Wahrheit, man könnte mir also Flunkern unterstellen, denn wahr wäre: unmittelbar zurück liegt mein Mittags-Schmaus in der Mensa. Da saß ich heute ganz allein an einem der langen Tische direkt am Fenster und laß eine der kostenlos ausliegenden Uni-Blättchen. Ich schob mir gerade die dritte oder vierte Gabel Paella in den lächszenden Mund, als sich am anderen Ende des Tisches ein Herr gehobenen Alters niederlies. Ungewöhnlich daran: obwohl -sagen wir mal- „nativ“ nicht vorgesehen, verrückte er seinen Stuhl so, dass er am Kopfende des Tisches saß. Die Stühle stehen eigentlich so, dass man sich an den langen Seiten jeweils gegenübersitzt. Mag sein, dass das jetzt keiner außer mir komisch findet, aber um nicht als unverstandene Seele von dieser Welt zu scheiden, erkläre ich meine Überlegungen gerne:

Angeblich symbolisiert das Sitzen am Kopfende eines Tisches Durchsetzungsstärke und Kompetenz. Zumindest wenn man diversen Wühltischniveau-Ratgebern aus dem Buchhandel glauben schenken darf. Anderorts fand ich dokumentiert, dass im privaten Bereich dem Ehrengästen selbiger Platz vorbehalten werden sollte. Oder täuscht mich jetzt mein müder Geist und es hat irgendein hibbelig quirliger Schwuler mit schicker Wohnung (50iger Jahre Retrostyle – aber mit Kaiserin Sissi-Porträt als neckischem Kontrast im Bücherregal) im „Kochduell“ erwähnt?

Gerne verweise ich an dieser Stelle auch auf den Blog >> Karriere-Bibel, den ich gerade bei meinen Recherchen entdeckt habe. Dort wird das Kopfende eines Tisches gar zum „verortetes Aufmerksamkeitszentrum“ erklärt. (Da fällt mir ein: würde ein Katholik seinen Blog auch so nennen? Blasphemie? Ich werfe meine Frage einfach ins Universum…) Eingewebt in psychologischen Kontext fand ich diese >> Hausarbeit noch ganz interessant:

Und sage noch einmal jemand, es wäre egal, wo man sitzt! Außerdem, und das ist ja das Seltsame: sitzt man bei diesen Tischen am Kopfende, hat man ganz blöde die Tischstützen wischen den Beinen. Wer macht das schon freiwillig? Bestimmt ist das jetzt was unterschwelliges mit Herrn Freud…. 😉

Übrigens, ist euch schon mal aufgefallen, dass das Lied „I Me You“ von Jim Noir und das fröhliche Gesinge aus dem PSP-Spiel „Loco Roco“ eine ganz signifikante Ähnlichkeit haben?

Hui, ich seh schon, Zeit zu schließen… 😉

Ich wünsch euch ein super Wochenende! Stellt euch einfach vor, wie doof’s wäre, müsste man wie ein armes Studenterl die ganze Zeit büffeln… 😉

Euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
Jim Noir – I Me You
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