happy end

Hallo meine Lieben,

morgen ist es nun also endlich vorbei, das Jahr 2007. Wurde auch höchste Zeit!
Traditionell tendieren die Menschen an Silvester ja gerne zu Überlegungen und Zusammenfassungen des sich neigenden Jahres. Und eigentlich bin ich da nicht so viel anders. Rückblickend waren die letzten 12 Monate von Umbruch, Veränderung und Unbeständigkeit geprägt. Das war mitunter sehr schmerzhaft.

Alles von Bedeutung begann im März: Als mich meine Freundin im Frühjahr verließ, fühlte ich mich lange wie K.O. geschlagen. Ich war mit den Konsequenzen meines Handels konfrontiert und trudelte ohnmächtig von einem Tag in den nächsten. So ging das bestimmt fünf Monate. Wie narkotisiert saß ich in den Vorlesungen, quälte mich durch die Prüfungen und war schließlich froh, es doch irgendwie geschafft zu haben. Die ganze Zeit über war ich gezwungen, das Leben das ich hier führe zu hinterfragen. Die Wohnung, dieser Ort, einfach alles: es war nicht mehr mein Zuhause. Ich wollte alles hinschmeißen, betäubte mich erst durch Parties und reichlich Alkohol, dann mit Affären. Es ist erstaunlich, wie sehr man dadurch innerlich abstumpft, vollkommen auskühlt. Den kompletten Sommer hindurch war ich total leer.

Erst der Urlaub mit meinem Freund schließlich brachte die längst nötige räumliche Distanz. Ich war froh, mit jemandem zu gehen, der mich nicht fragen würde, mich auf einem Felsen im spanischen Gebirge sitzen und einfach schweigen lassen kann. Einatmen, Ausatmen. Nicht denken müssen. Nur schauen, spüren dürfen. Drei Wochen lang.

Wieder zurück in Deutschland hatte der Herbst und das Wintersemester begonnen. Wenn ich mich morgens im Spiegel betrachtete wußte ich, so kann es nicht weitergehn. So kam es, dass ich mir einen zweiten Nebenjob suchte. Meinen ärgsten Feind kenne ich nämlich schon: Zeit ohne Ziel. Dann weiter: wenn ich das Studium hinwerfe, würde ich mir das irgendwann nicht verzeihen können. Es war doch einmal mein ganzer Traum gewesen. Auch schon lange, bevor ich meine Exfreundin kannte. Irgendwo unter diesem Trümmerhaufen in meinem Herzen hatte ich ihn tatsächlich dann noch gefunden. Er war total verstaubt, hatte an einer Ecke eine Beule und jede Menge Kratzer. Ich drehte ihn in meiner Hand, beäugte ihn kritisch von allen Seiten und stellte fest: ja, er ist es. Während andere Träume, Wünsche kaputt oder verloren gegangen sind, so ist der doch noch übrig. „Na gut“, dachte ich also, „um deinetwillen“. Ich machte mich daran, die Bewerbung für ein Auslandssemester zu schreiben und verordnete mir eine geordnete Lebensweise, ohne „emotionale Ablenkung“.

Pünktlich zum Jahresende kommt es mir nun vor, als würden die Dinge ganz langsam klarer. Wie Schneeflöckchen rieseln kleine innere und äußere Erkenntnisse auf mich ein. Irgendwann wird’s eine geschlossene Schneedecke sein und ich werde hoffentlich verstehen können. Bestimmt verstummt das Pochen des Schmerzes bis dahin auch endgültig ganz.

Ich freue mich auf 2008. Die Monate bis Argentinien möchte ich noch voll mit meinen neu gewonnenen und den alten Freunden auskosten. So viele Dinge, die mich erwarten. Es wird zum Beispiel großartig sein, wenn ich im Januar Tante werde. Ich bin jetzt schon stolz, obwohl es nun wirklich mein Bruder war, der entscheident beigetragen hat, nicht ich. 😉

Doch noch etwas: ganz unverhofft und ohne Zutun, trat eine Frau in mein Leben, die es tatsächlich geschafft hat, an mein Herz zu rühren. Sie ist ein Fuchs. Ob daraus was wird? Keine Ahnung 🙂 Ich bin noch damit beschäftigt mich über dieses kleine Blümchen zu freuen, das so tapfer aus den Trümmern wächst. Nur das zählt.

Viel Glück uns allen im nächsten Jahr! Davon kann man nie genug haben!

Euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
Peter Cincotti – Goodbye Philadelphia
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3 Antworten to “happy end”

  1. Agrippina Says:

    Ambitionsmädchen, bei dir ist aber viel passiert – oder hört sich das nur so an? 😉 Jedenfalls, frohes Neues. Und alles. Viel Spaß und so, auch in Argentinien, aber ich kriege sicher nochmal die Gelegenheit, es dir zu sagen. Eigentlich wollte ich nicht über das letzte Jahr nachdenken, aber jetzt bin ich doch nachdenklich. Na, mal sehen, was dabei herauskommt…

  2. Kitty Says:

    Ja, weg mit dir, fieses altes Jahr! Jetzt kommt ein neues, frisches, tolles Jahr, Zebrarerl! Ich wünsch dir ganz viel Glück dafür!

  3. ambitionsmaedchen Says:

    ihr zwei seid ja süß! 😉

    vielen dank und euch ebenso einen starken start ins „Neue“ 😀

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