Archive for November 2007

Quirkyalone

November 25, 2007

Hallo meine Lieben,

soll ich so meine Situation beschreiben?
Den Begriff hab ich übrigens aus der aktuellen „Zeit“ und dort wiederum aus einem überaus ausführlichen Artikel zum Thema „Singleleben“. Es ist der Titel eines in den USA erfolgreichen >> Buches, „gespickt mit den Steckbriefen erfolgreicher, attraktiver und vor allem fröhlicher Singles“. Mit „kauzig“ übersetzt die „Zeit“ das Wort; meine Recherchen brachten weniger charmant klingendes hervor so wie etwa eigenartig, schrullig und sonderbar.
Ich gebe zu, wäre ich ein DVD-Player, wäre ich alles andere als intuitiv zu bedienen. Pflegeleicht im Alltag trifft wohl auch noch eher auf ein Mangalitca-Wollschwein zu, als auf mich. Und selbst als Brotaufstrich wäre ich vermutlich sowas atypisches wie die Kastanienmarmelade, die mir Herr O. heute zum Frühstück servierte. Doch bin ich auch der Ansicht, dass sich das Potential von Raffinesse halt auch nur demjenigen offenbart, der sich intensiv damit auseinandersetzt. Mangalica-Wollschweine sind total friedliebende und gesellige Typen und Kastanienmarmelade sowieso nur etwas für offene Gemüter, die sich nicht von projezierten Erwartungen abschrecken lassen.

Die „Zeit“ fragt weiter, ob es sich beim Single um die „Speerspitze der Individualisierung“ oder eine „defizitäre Sozialfigur“ handelt. Da halte ich protestierend gleich nochmal das Buch hoch und rufe laut den Untertitel aus: „A Manifesto for Uncompromising Romantics“ – Ausrufezeichen. Meinetwegen mag man mir das dann an den Kopf knallen (den Vorwurf des Romantikers, nicht das Buch!), aber wer schon das Wort „defizitär“ im Kontext zum Single skizziert, kriegt von mir eins auf die Finger. Das klingt mir viel zu sehr unabänderlich und nach Abstellgleis. So einfach möge man es sich bitteschön gefälligst nicht machen!

Dennoch: Der größte Fehler, den man als Single machen kann ist Samstagnachmittag allein daheim zu verbringen! Da kommt man nur auf dumme Gedanken. Ich bin dann jemand, der es schafft total sinnlos stundenlang durchs Internet zu surfen und schließlich über eine Anleitung stolpert, wie man Cola-Automaten „knacken“ kann. Durch Eingabe einer bestimmten Kombination kommt angeblich alles Rückgeld raus. Das hab ich in einem kleinen Abenteuerrausch (und mit einem Adrenalinschub, den ich früher nur vom GEZ-Mann an der Haustür kannte) auch ausprobiert. Ohne Erfolg. 😉

So, das war genug „Zeit“ heute philosopiert! 😉

Euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
“Naomi – Perfect day in hell”
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Ein schöner Sch(r)ein

November 23, 2007

Hallo ihr Lieben,

beim Stöbern bei Frau Kittyhunter fand ich heute schon etwas so außergewöhnlich Wundervolles, dass ich euch nur bitten kann, es selbst auf euch wirken zu lassen: >> besucht Frau Kittyhunter!

Bloß keine Locken! Ich bin ein Kittyhunterfan! ;oD

Euer Ambitionsmädchen 

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Just listening:
“Supervielle – Perfume”
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Mehr Bettwürste auf die Wunschlisten

November 22, 2007

Hallo ihr Lieben,

ich weiß auch nicht… in meiner Welt geht die Zahl derer, die mit mir die Leidenschaft für die Bettwurst teilen gegen Null. Dabei ist es ganz und gar nichts, das in irgendeinem Kontext mit Fleischereifachverkäuferinen oder deren Umfeld steht. Fälschlicherweise könnte man das ja meinen. Die Bettwurst war (neben „Tunten lügen nicht“ (und auch diesen Film zähle ich in meiner übersichtlichen, doch wohl sortierten DVD-Sammlung zu den meinen)) einer der größten Hits von Rosa von Praunheim. Wenn man seiner Biographie glauben schenkt, hatte sogar der große Fassbinder doch gar lobende Worte für dieses celluloide Kleinod übrig. Dennoch: egal wie arg ich es auch bei jedem DVD-Abend lobend beschreibe und die schillernde Geschichte skizziere… es mag keiner sehn. Doch nur wer die Bettwurst würdigt, darf über meine Bettkante schielen. Kompatibilität muss sein! An dieser Stelle nutze ich die Gelegenheit, euch eine Geschichte, die Romeo und Julia in nichts nachsteht näher zu bringen: (ach was, ich kopier einfach den Amazon-Text, geht ja auch…)

bettwurst.jpg

„Es war Liebe auf den ersten Blick: Luzi und der arbeitslose Dietmar finden sich, ohne sich gesucht zu haben. Die Bettwurst, eine Nackenrolle fürs Bett, die Luzi ihrem Dietmar zu Weihnachten schenkt, bestätigt das Kleinbürger-Glück mehr als die erste Liebesnacht. Das Paar feiert Verlobung unterm Tannenbaum. Doch ein Schatten aus Dietmars Vergangenheit stört das Glück der Liebenden, verändert ihr Leben. Luzi wird vor der Tür von einem früheren Freund Dietmars entführt, um ihn ins kriminelle Milieu zurückzuzwingen. Dietmar greift zur Pistole. Schrill engagiert und kompromißlos.“

Genau! Und mehr wird nicht verraten!

Ganz Flippige lassen es sich vom Christkind schenken! Hätt ich’s nicht, würd‘ ich’s auf meine Wishlist stellen. Aber da steht schon Lotti Huber draufgekrixelt… (und das „neue“ von Max Goldt; saß doch tatsächlich einer in der S-Bahn damit neben mir. So ein Schreck; wußte ich doch von nichts! Da musste ich ganz unaufdringlich heimlich mitlesen) oder kauft die (nicht eine!) Bettwurst! (z.B. bei >> Amazon) 😉

Lieber Herr Praunheim, laden Sie mich für die kostenlose Werbung doch einfach mal mit freundlicher Genehmigung auf Kaffee und Kuchen ins Gran Café in Stuttgart ein…

(jetzt Bettwurst gucken, los!)

Euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
“Camera Obscura – Lloyd I’m Ready To Be Heartbroken”
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Das bleibt… im Ohr

November 21, 2007

Hallo ihr Lieben,

das charmante Überbleibsel meiner letzten Begegnung:

Die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten – Immer die Andern

🙂

Have a lot of fun!

Euer Ambitionsmädchen

Ach ja, noch was: Für alle mit ähnlich schwacher Gedächtnisleistung wie mich, hab ich die Schlagwörter vom letzten Eintrag noch verlinkt 😉

Flashback 1997

November 19, 2007

Hallo ihr Lieben,

ich war am Wochenende bei meinen Eltern und hab 3x meine Reisegeschichten hintereinander erzählt. Ich weiß gar nicht, ob ich’s noch hinkrieg auch nochmal hier darüber zu schreiben… heut jedenfalls nicht.

Zusammen mit meinem besten Freund Herrn O. machte ich mich Freitag Abend auf den Weg in die Oberpfalz. Im Radio lief „Das Ding“ mit einer 90iger Sendung, soll heißen, die halbe Fahrt lang (mal wieder ziemlich genau bis Crailsheim) gabs „eine Zeitreise in unsere Jugend“ auf die Ohren. Mein Vater hatte mir außerdem schon zwei Tage vorher berichtet, es wäre eine Einladung zum 10- jährigen Klassentreffen für mich bei Ihnen eingetrudelt. Mädchen-Klosterrealschule, mehr sag ich an der Stelle nicht. Nun auch noch der Themenabend im Radio. Ich erzählte Herrn O. von diesem komischen Zufall und geriet ins Grübeln. Wie war das eigentlich damals? Aus diesem Gedanken heraus entstand unser Gesprächsstoff für ganze vier Stunden Autofahrt. Die 90iger, da dachte ich (unsortiert) an

Killing me softly; Quarkeis für 50 Pfennig pro Kugel; „Slime“ (ich hatte einen in grün); Margarethe Schreinemakers; Legenden der Leidenschaft; überhaupt Brad Pitt mit langen Haaren; die Farbkombination: lila-gelb-schwarz und grau-gelb; goldene CD-Rohlinge; Scooter; Viva; Melrose Place; Beverly Hills 90210; Highlander (die Serie); Akte X (ganz wichtig! da bin ich nachts sogar heimlich aufgestanden um’s anszuschaun); Glücksrad; Der Preis ist heiß; Wrestling-Kämpfe im Fernsehen; Bravo-TV mit Christiane Backer; Leonardo DiCaprio; Whitney Houston; X-Wing; Windows 3.11; Legenden der Leidenschaft; Tamagotchi; in die Biolehrerin verliebt; Sega Mega Drive; Red Bull kommt auf den deutschen Markt; die Levi’s 501 wird quasi Pflicht; Tic Tac Toe; Bikerboots; mein erstes 24-Kb-Modem; Romeo + Julia; Karottenjeans; offen getragene, karrierte Hemden mit weißem T-Shirt drunter; DOS-Befehle auswendig lernen; Underwater love; Buffalo-Schuhe, grüne Plüschwesten, Stadt der Engel; GIRL-Schmuseposter; Kuschelrock-CDs aus der Bücherei ausleihen und auf Kassette überspielen; Bravohits; Short Dick Man; Bob-Frisuren; Mighty Dub Katz; Robert Miles – Children; Bavaria Top 20 vom Radio aufnehmen; Take That (good boys); East17 (bad boys); Tanzkurs-Abschlussball (was für eine Wahnsinns-Hochsteckfrisur ich da hatte); Fred come to bed; Diddl (kein Weg dran vorbei!); Waterworld; Monkey Island; mein Job als Zimmermädchen; E-Plus war noch türkis; Firmung, … so viel mehr…

Zuhause angekommen klemmte ein Brief in der Küchenschranktür (dem obligatorischem Signalhalter von Dringlichem und Nichtzuvergessendem für meine Mum). Die angekündigte Einladung für’s Klassentreffen. Ich betrachtete das Kuvert, ohne es zu öffnen. Will ich das? Was würde mich erwarten? Die meisten haben mit Sicherheit bereits geheiratet. Einige haben bestimmt schon Kinder, vielleicht sogar ein Haus gebaut. Was soll ich erzählen? Mein Leben, das so konträr und anders ist, als dass ich mich rechtfertigen müsste, weil ich mit 26 immer noch keinen Mann gefunden habe und den Stempel der desperate Karrierefrau aufgedrückt bekomme? Oder alternativ den Skandal des Abends liefern mit einem kleinen Outling a la Anne Will? Ich habe weder auf das Eine noch auf das Andere Lust… da lasse ich die 90iger lieber in meiner Erinnerung und mir vom Treffen erzählen… 😉

Euer Ambitionsmädchen

PS: Was fällt denn den werten Lesern noch zu den 90igern ein? 😉

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Just listening:
“Amy Winehouse – Back To Black”
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