Augen zu, Regen – Augen auf, Sonne

Hallo ihr Lieben,

da bin ich nun also wieder zurück von unserer abendteuerlichen Zweiradtour durch Spanien. An mir und meinem Motorrad „Doktor Suzuki“ ist gottseidank noch alles dran und manches gar gleich runderneuert (doch dazu an betreffender Stelle mehr) 😉 Schön ist’s, wieder hier zu sein und so kläglich es mit Worten nur möglich sein kann, lasse ich euch doch gern am Erlebten teilhaben. Es wird allerdings ein paar Tage dauern 😉
Mein alter WG-Mitbewohner und guter Freund (Ich nenne ihn zur Vereinfachung fürderhin einfach „Mister R“) begleitete mich auf der Reise. Als ich ihm im Frühsommer erzählte, ich plane mit dem Motorrad durch Spanien zu fahren, war er sofort begeistert und von da ab mit von der Partie.

********************************************************
Just listening:
“celso peña – cumbia sobre el rio”
********************************************************

Have a lot of fun!
Euer Ambitionsmädchen

10.09.07 – Auf und davon

Als wir uns auf den Weg nach Kornwestheim machen, hängt der Himmel tiefgrau über der Strasse. Wir kommen an der Verladestation an und schon sehr schnell merke ich, dass ich mich mit Dr. Suzuki eindeutig im Low-Price-Segment der restlichen Autozugfracht befinde. Dort stehen sie schon alle, die Midlife-Crisis-Bierbauch Spätvierziger mit ihren 1000er BMWlern. Sogar eine Frau unter ihnen. Von oben bis unten mit original BMW-Klamotten. Ich frage mich, wie viele Kleidungsschichten sie dieses Konzept wohl konsequent umgesetzt hat und betrachte meine Noname-Hose. Aha, sie ist offensichtlich mit Papi unterwegs. Nichts anderes will sich züchtig in mir logisch reimen. Wir verladen die Motorräder (auf der Verladestation besteht Helmpflicht, ich merke schnell warum) und werden gerade rechtzeitig vor einem Regenschauer fertig, um die restliche Zeit bis zur Abfahrt im Warteraum totzuschlagen. Eine prima Gelegenheit, um das erste meiner Wurstbrote zu essen. (Mein unersättlicher Appetit sollte übrigens noch den ganzen Urlaub lang andauern.) Wir trinken ein Abschiedsbier und ich verliere sehr verdient gegen meinen Reisebegleiter beim Schach.

spanien01.jpg

Nach einer Stunde steigen wir in den Zug, machen es uns bei zwei Münchnern („I bin da Alex“ „Zu mir konnst Bebbe sogn“) im fünfer Schlafabteil gemütlich. Die Männer (Schwabe gegen Bayern, Honda vs. BMW) werden selbst nach zwei Stunden nicht so recht miteinander warm und so gehen R und ich ins Bistro bis in den späten Abend.

11.09.07. – Barcelona
Drei schnarchende Männer sind ganz schön viel auf geschätzen 4 Kubikmetern. Seit Mitternacht streiken auch die meisten der Toiletten. Zum Frühstück gibt es Kaffee, Brötchen, das Letzte meiner sechs Wurstbrote und eine Durchsage, des eifrig gut gelaunten Schaffners: „Sehr verehrte Fahrgäste, wir erreichen Narbonne fahrplanmässig um holba ölfe“. Die armen mitgereisten Franzosen, denke ich, sie werden nie erraten, wann wir ankommen.
Nach dem Abladen machen wir uns auf dem Weg direkt nach Barcelona. Mister R’s Navi rettet uns vor den hiesigen Einbahnstrassen, Ampeln und Rollerfahrern. Uns steht der Schweiß in den Stiefeln. Wir erholen uns ein paar Stunden in der Jugendherrberge, duschen und hängen die Handtücher auf den Balkon. Die „Juhe“ ist ganz nett. Eine Irin läuft nackt und wetternd durch den Gang.

spanien02.jpg

Mister R und ich schlendern bis in die Nacht durch die Gassen der Gaudistadt. Es ist wunderbar. Ich sauge das Leben und die Vielfalt der Stadt in mich ein, wie eine große Portion Morgenluft. Die Sinne kommen nicht zur Ruhe. Zum Schluss bin ich von der Stadt ganz high.
Mit zwei Dosen Bier machen wir es uns zu später Stunde noch auf dem Balkon gemütlich. Mein Blick fällt auf die leere Wäscheleine. Ich frage R ob er sich vorstellen kann, dass die irre Irin unsere Handtücher geklaut hat. Um niemandem etwas Böses zu unterstellen, schreiben wir einen Vermissten-Zettel und legen ihn auf den Küchentisch. Alkoholbefeuert male ich mir aus, wie ich am nächsten Tag aus der Dusche steige und mich mit Papierhandtüchern trocken tupfen muss. R lacht und wir gehen schlafen.

Advertisements

2 Antworten to “Augen zu, Regen – Augen auf, Sonne”

  1. Kitty Says:

    Schön dass du wieder da bist (und heil offensichtlich auch)! Und doof, dass die Geschichte grad an der spannenden Stelle abbricht!!! 😉

  2. Agrippina Says:

    Das mein ich aber auch. Wie geht’s weiter? Habt ihr eure Handtücher wiedergefunden? Mussten neue gekauft werden?
    Ich bin ganz gespannt… 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: