„Ich bin dann mal weg“ oder „España, kein Pardon“

Hallo ihr lieben,

„5329 DPR9EA-9“, so ist die offizielle Bezeichnung dieser wunderschönen Zündkerze, die hier so außergewöhnlich (typisch frau) liebevoll drapiert abgelichtet wurde. Auf derart feinem Zwirn wird sie nie wieder ruhen, denn gleich morgen früh wird sie in mein (noch viel wunderschöneres (Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters!)) Motorrad eingebaut.

zuendkerze.jpg

Bereits letzte Woche wurde ich in die hohe Kunst des „Selber-am-Moped-Rumschrauben“ eingeführt. Mein Freund Roland und ich saßen noch beim Kaffee als er mir erklärte, was wir gleich alles tun würden. Allein beim Gedanken an unser maskulines Treiben kam ich mir gleich ganz dykie vor. Dumm, hatte ich doch keinen Blaumann mit einem (gewollt versehentlich) lässig hängendem Träger. Noch ein Schluck aus der Tasse und ich lebte meinen Tagtraum aus: Die Sonne brennt vom Himmel. Auf dem staubingem Vorhof meines Freundes kniehe ich vor der aufgebockten Enduro. Er selbst ist schon lange weg, ich habe ihn weggeschickt einen neuen Benzinfilter holen. Da höre ich hinter mir das Surren einer lauten, starken Maschine, danach Schritte. Mein geschultes Gehör erkennt, dass es sich um eine Frau handeln muss. Ich merke, wie mir ein nähertretender Schatten die Sonnenstrahlen auf meinem Rücken nimmt. Langsam blicke ich um mich und sehe sie. Eine rassige Südländerin im Lederkombi. Hinter ihr flirrt noch der Motor ihrer Rennmaschine. Den Helm hat sie unter ihren Arm geklemmt, während sie sich betont langsam und chalant die Handschuhe auszieht. „Hablas español?“ frägt sie mich. „Sí, señora!“ antworte ich ihr, während ich aufstehe. Mit ölverschmiertem Unterarm wische den Schweiß von der Stirn und säubere meine 15er-Schlüssel-Hände notdürftig an einem alten Baumwohltuch.
Sie lächelt mich etwas hilflos an und sagt: „Tengo un problema con los carburador“. Ich schmunzle über ihr rollendes „r“ und neige meinen Kopf, um an ihr vorbeizublicken:“No problema para mi“ Die Antwort scheint sie erwartet zu haben. „¡Ay, qué gracia!“ haucht sie, legt eine Hand auf meine Schulter und zieht mich an sich. Noch immer lächelnd raunt sie mir zu:“Hoscht du zwoi kafft?“
-Filmriss, kein Happy End- „Was?“ Ich erholte mich von meinem Flashback in die Realität. „Hoscht du zwoi kafft? Dei Enduro hod doch zwoi Zündkerza“ „Äh, nein“ „Naja, dann baued ma dawal die oine ei. Nach da Kette kinned ma au glei luaga.“
Der Nachmittag gestaltete sich dann übrigens so, dass ich zuschaute, wie ein echter Kerl an meinem Motorrad rumschraubt. Ich hab in der Zwischenzeit das Moped mit Eimer und Bürste geschrubbt. Schließlich will man im Ausland einen guten Eindruck machen. 😉
Fans, mein Leben besteht seit Wochen nur noch aus zwei Abschnitten: Vor und nach dem Spanientripp. Am Montag gehts für zwei Wochen los. Roland und ich fahren mit unseren Motorrädern nach Andalusien. Allein die Fahrt bis an die spanische Grenze mit dem Autozug verspricht allerlei Abenteuer. Ich sag nur: schlafen im 5er-Abteil. 😉

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

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Just listening:
“gotan project – la revancha del tango”
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2 Antworten to “„Ich bin dann mal weg“ oder „España, kein Pardon“”

  1. Kitty Says:

    Oh wie schön! Ich empfehle als Reiselektüre: „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten“ Gute Reise und komm heil und gesund wieder! Und bring viele Geschichten mit!

  2. ambitionsmaedchen Says:

    Liebe Frau Kittyhunter! In Deinem (und meinem) Interesse will ich all Deine Wünsche wahr werden lassen 😀

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