„Don’t be shy, have a try“

Hallo Fans,

das Ambitionsmaedchen schenkt sich den heutigen Abend bei Weißwein und musikalischer Unterhaltung von U.N.K.L.E.
Ohr links tut weh. In meinem unermüd- und (mir selbst) unergründlichen jugendlichen Leichtsinn hatte ich mich vor zwei Tagen zu einem Schnuppertauchgang angemeldet. Nicht, dass ich bisher auch nur annähernd etwas mit dem nassen Blubberzauber zu tun gehabt hätte. (Insgeheim fürchte ich -nun jammernd und Händchen ans Ohr haltend- sogar, ich habe es unbewußt nur getan um anschließend blank prahlend von meinen Abendteuern zu erzählen.) In Wirklichkeit, weiß jeder treue Blogleser, dass ich >> höchstens mal zum Abkühlen und aus hygienischen Gründen ins Wasser gehe. Wie auch immer: ein signifikanter Teil meines Freundeskreises ist dem Tauchsport verfallen und geht (mir kommt’s vor wie mindestens! 2x pro Woche) ganz elitär zum Tauchen. Nicht das Tauchen an sich elitär wäre, doch mal ehrlich, bei allem wo man nicht mitmachen darf, winkt die souveräne Lady von Welt Nase rümpfend ab und tut so, als würde „so Geplänkel“ gar nicht interessieren. In fact laufe ich aber vorübergehend gelb an, zieh‘ ne Schnute und -meist- will ich einfach auch mal! (Warum muss ich jetzt an das Wort „Trotzphase“ denken?)

Doch, um auf den „Event“ zu kommen:
Es war schon… „interessant“. Von dem Versprochenen: „Du, des isch dodal entschpannend. Mir gehn da immä hin und schaldedd ab. Desch isch wia schwerelos“ konnte allerdings keine Rede sein. Angefangen hat das Ganze damit, dass mir die Dame an der „Shorty“-Ausgabe gleich mal eine graublaue Taucherpelle in Größe 38 in die Hand drückte. Ich tippte auf meinen Allerwertesten und meinte: „…glauben Sie nicht lieber eine Nummer größer?“. „Der muss schon eng sitzen“… aha… ok…
In der Umkleide dachte ich mir noch, dass meine Beine ja ruhig auch mal ne halbe Stunde ohne Blut aushalten können. Doch als ich versuchte in die obere Hälfte zu zwängen, verbog sich meine Wirbelsäule nach hinten. Ich fühlte mich wie Quasimodo …nur andersrum. Also rausgelaufen und eine Nummer größer geholt. Paßte dann auch gleich viel besser. Kaum hatte ich mir passende Flossen und eine Tauchermaske ausgesucht („Wenn Du sie mit der Nase an Deinem Gesicht festsaugen kannst, passt sie.“ „Ich soll sie festsaugen???“) kam auch schon einer und behängte mich von hinten mit der Flasche. Alles schön festgezurrt und dann… hat anscheinend Helfter Nummer 2 die Flasche losgelassen und das volle Gewicht lastete mit einem Mal auf meinen Schultern. Ich bin schier wieder weggeknickt und fühlte mich wie… genau, nur andersrum. Irgendwann war ich schließlich dann doch im Wasser und nach anfänglichen Unsicherheiten traute ich mich (natürlich stehts von einem persönlichen Tauchlehrer begleitet) in den 9 Meter tiefen Tauchturm. Der Mann hatte ja eine Engelsgeduld. Ich hing auf halber Höhe rum und versuchte diesen blöden Druckausgleich zu machen (alle Nichttaucher mögen mir verzeihen, dass ich diesen Vorgang jetzt nicht näher erläutere). So richtig geklappt hat es auf Anhieb nicht, aber nach gefühlten 10 Minuten war ich tatsächlich unten. Hätte man hinter diesem wahnsinns Atemgerät doch nur mein Gewinnerlächeln sehen können. ;o)

tauchen.jpg

So übermütig man auf 12 qm nur sein kann, warf ich den anderen Tauchern kleine Bälle zu, winkte den Schaulustigen auf der anderen Seite der Glaswand und machte… den Fehler. Zweifacher Unterwasser-Sturzelbaum ist -liebe Tauchanfänger glaubt es mir- keine gute Idee für den ersten Tauchgang. Meine Maske lief voll Wasser und ich sah mich geistig augenblicklich „toter Mann“ im Becken treiben. Einer der Tauchlehrer sah’s und bedeutete mir, Luft durch die Nase zu pusten. Da hatte ich aber schon eine leichte Panikattacke und wollte nur noch raus. Der Aufstieg ging recht schnell. Er kam mit hoch. Vor lauter „wie-eine-Bekloppte-am-Atemgerät-nach-Luft-Saugen/-Zerren“ gings dann wohl doch zu schnell. Der Druckwechsel war nichts für meine Ohren. Jetzt tut’s -wie bereits erwähnt- weh und ich… tu mir leid. Sollte mich jetzt etwa mein Gehör auf immer und ewig von elitärer Sportart abhalten? Ich hoffe nicht, denn Studenten kriegen 10% Rabatt auf den Kurs ;o) Drückt mir die Daumen, dass der Dok grünes Licht gibt, dann beschenk ich mich nach den Prüfungen selber… :o)

Bleibt geschmeidig,

euer Ambitionsmädchen

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2 Antworten to “„Don’t be shy, have a try“”

  1. black coffee Says:

    Oh je – da wird mir beim Lesen schon ganz schwindlig und ich bekomme Platzangst…
    Sollte ich unter diese Voraussetzungen solch ein Training auch mal absolvieren? Nur so ist es ja angeblich möglich, seine Ängste zu besiegen.
    Ist es eigentlich schwieriger in den Anzug rein oder wieder raus zu kommen? *gg* Bis zu welcher Größe gibt’s die eigentlich?!

  2. ambitionsmaedchen Says:

    Liebe black coffee, du hast vollkommen recht! Schon Goethe wußte, man kann seine Ängste nur überwinden, wenn man sich ihnen stellt. Vor Wasser habe ich zum Beispiel (auf einer Skala von 1 bis 10) 10 Punkte Angst. Also pack den Urlaubsschnorchel, komm ins Dick und wir machen zusammen den „Open Water Diver“ Tauchschein 😀

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