22.02.2006 – Phantastische Vorahnungen

Hallo Fans,

am liebsten würde ich sagen, schließt einfach die Augen und stellt euch folgendes vor…
Aber dann liest ja keiner mehr… Also lest bitte und stellt euch vor, ihr würdet die Augen schließen und euch vorstellen, was ich nun schildere…

Ganz allmählich setzt die Dämmerung ein. Die Luft ist klamm, die nasse Kälte zieht unter meinen Mantel. Es scheint, als läge der graue Himmel schon den ganzen Tag direkt auf den Häuserdächern.
Ich hetze durch eine Seitengasse der Stadt, werfe noch einmal einen letzten Blick zurück auf meinen parkenden Wagen und schaue ein letztes Mal prüfend auf die Uhr. Seit Tagen ist klar, was mich gleich erwartet. Allein der Gedanke an „den Termin“ ruft unwillkürlich Angstschweiß, kalte Hände, flachen Atem und schnellen Puls hervor. „Eine Frau muß tun, was eine Frau tun muß! Es führt kein Weg daran vorbei. Und… ja! es muß sein! Reiß Dich zusammen!“ Gebetsmühlenartig wiederhole ich murmelnd die Sätze vor mich hin. Aus dem Augenwinkel heraus beobachte ich wie mich Passanten skeptisch im Vorbeigehn mustern. Erst jetzt merke ich, dass ich die Schultern angespannt hochgezogen habe, während das Kopfsteinpflaster unter meinen Augen, unter meinen Füßen schnell vorbeizieht.

Schließlich bin ich da. Ich blicke auf und betrete den Raum. Das grelle Licht blendet mich kurz. Alle Köpfe drehen sich nach mir um. Ich zwinge mir ein möglichst unverdächtiges Lächeln auf, sage „Hallo“ und denke „Laß Dir ja nichts anmerken!“. Ich lege den Mantel ab, setze mich auf den Stuhl den man mir zuweist. Da fängt es an, oder wird es nur noch stärker? Meine Beine beginnen leicht zu zittern, meine Muskeln spannen sich und schließlich verkrampft der ganze Körper. Meine Hände krallen sich an den Armlehnen fest, werden weiß.
Ganz langsam beschleicht mich der Drang nach Flucht. Erst wie ein kurzer Blitz, während ich mich scheinbar belanglos umsehe. Dann wieder… und wieder…

Ich zwinge mich, nicht aufzuspringen. Gerade als meine Augenlider zu flattern anfangen, höre ich eine Stimme. Sie kommt näher. Ich drehe mich nach ihr um, kann eine junge Frau vor mir sehen. Sie spricht zu mir… seltsam: in Zeitlupe und ich kann genau sehen, wie Sie jedes einzelne Wort mit den Lippen formt. Der Klang der Stimme ist total bizarr, bedrohlich und verwirrt mich. Es klingt wie ein Kassettenrecorder, wenn er das Band einzieht. Tief… dumpf… „Darf ich Ihnen vorher noch etwas zu trinken anbieten?“ Ich höre mich sagen: „Wasser… bitte…“

[Fortsetzung folgt…]

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