Archive for April 2007

„Feeling a happy sort of melancholy“ oder „Fernzugtoiletten können ein makelloses Hygieneerlebnis sein“

April 21, 2007

Guten Morgen Fans,

der erste Satz strahlt mir gerade wunderschön zutreffend aus meiner Morgenlektüre entgegen. Wie wenn’s einer dafür gemacht hätte (hat er natürlich nicht, aber wenn?!). Die vergangengen Tage habe ich meinen Schlafhaushalt (5 Tage = 15 Std. Schlaf) und meine Leberwerte (hach, mag gar nicht dran denken) ausgeglichen. Jenen Vergesserle, die nicht mehr wissen warum, hebe ich gutmütig mahnend den Zeigefinder und sage: „Ich war doch in Bukarest mit meinen Mitstudenten!“ Jaja, plötzlich erinnert sich jeder wieder…

Wie war’s? „Toll! …authentisch…“, sage ich kurz und könnte doch eigentlich einen ganzen Diaabend lang mit Anekdoten meiner Erlebnisse und Abenteuer füllen. (Wer einen Diavortrag wünscht, möge jetzt strecken!)
Im Gegensatz zu meinen Kommilitonen waren ich und ein weiterer Unglücksrabe in einem Studentenwohnheim in Bukarest untergebracht und nicht in Privatunterkünften. Nun hatte ich ja nicht vor nach Rumänien zu gehen, um dem verwerflichen Elendstourismus zu fröhnen. Doch mal ganz ehrlich: Es war schon ganz schön …“heftig“. Ich möchte es so formulieren: Seit diesem Aufenthalt empfinde ich deutsche Fernzugtoiletten als makelloses Hygieneerlebnis.
Wie ich zu dieser Erkenntnis komme, erzähle ich lieber ein ander Mal, wenn weitere Beschreibungen nicht den sommersonnigsauberen Eindruck dieses Tages beschmutzen.

Ich als begeisterte VVS-Nutzerin bin ja durch die Stuttgarter Verhältnisse schon auch ein bisschen verwöhnt, das gebe ich ja zu. Aber mal ehrlich, wäre euch nicht auch ein „Huch“ entfleucht, wenn wärend der U-Bahnfahrt einfach so mal das Licht ausgeht? Erst dachte ich ja noch, wir fahren in einen Tunnel. Aber U-Bahn ist ja bekanntermaßen schon unter der Erde. Es ging dann schon wieder flackerd an, aber ich glaube man konnte mir meine bereits durchlebte Nah-Toderfahrung schon im Gesicht ablesen. Der urbane Bukarester zuckt bei sowas nicht mal mehr. Da war ich ja noch zu schocken… Das war ja alles noch vor der Fahrt mit dem betrunkenen Taxifahrer, vor dem Tempo 130 Erlebnis auf Kopfsteinpflaster durch die Innenstadt… Aber es erklärt, warum die Rumänen so gläubig sind. Kann ja schneller gehen, als man denkt… heutzutage… 

So, jetzt Laptop zu und raus an die Sonne. Ich erzähl euch die nächsten Tage noch mehr (kann ja nicht gleich mein ganzes Pulver verschießen) ;o)

Euer Ambitionsmädchen

Die Beste geht immer futsch

April 12, 2007

Hallo Fans,

ich zähle die Stunden! :o) Eigentlich könnt‘ ich gleich heute losdüsen, sogar an ein Präsent für die Gastgeber in Bukarest ist mit im Gepäck (Und wer würde sich nicht über eine wunderschöne „Esslingen-Tasse“ mit Rathaus drauf freuen?!) . Hab schon an alles alles gedacht, von vorne (neue Sonnenbrille) bis hinten (*räusper* Kohle-Compretten).

Heute vormittag hab ich für meine Besorgungen sogar die Vorlesungen geschwänzt. Darf man ja gar nicht laut sagen…
Auf dem Weg nach Downtown Esslingen fand sich im Bus gottseidank ein williger Kommilitone, um mir mit Rat und Tat (= männlicher Ehrlichkeit) beim Einkauf beizuwohnen. Da ich genug an schiefsitzenden 5,- EUR Sonnenbrillen habe, erklärte ich meinem Adviser in Spee, warum es nun ein Markenprodukt aus einem adäquaten Fachgeschäft sein muss.

Es ist nämlich so:
Wenn man mal alle drei Jahre eine Sonnenbrille hat, die einem gefällt, die einem steht und die eigentlich zu jedem Stil der wandlungsfreudigen Trägerin passt, dann ist das genau die, die man verliert. Oder die, die an einem wunderschönen Sommersonnentag genau zwischen Straßencafé-Stuhl und herannahendem Gesäß samt
unbarmherzigem Körpergewicht liegt. Die Beste geht immer futsch. Und da ich in Bukarest nicht nur mit charmanten Lächeln gewinnen will, braucht’s neues Nasenkleid!

Wir betraten den ersten Laden. Als ich den Verkäufer in Armanianzug fragte, ob Sie denn auch was in Studenten-Preisklasse hätten, schaute er mich irgendwie so… unangenehm an… professionell und heuchellächelnd (das kleine Augenzucken war mir nicht entgangen) empfahl er mir einige Modelle (jenseits meiner Vorstellungen). Wir bedankten uns freundlich und drehten ab.
Vier Läden weiter hatte ich dann schließlich von einer (ehrlich freundlichen) Verkäuferin neue Sunglasses gekauft. Nur sind wir die Fussgängerzohne irgendwie im Kreis abgelaufen und mussten nochmal am ersten Laden vorbei. Viel zu spät fiel mir siedendheiß ein, dass ich die neue Brille ja schon trug und es unschön wäre, wenn wir an der offenen Eingangstüre einfach frech vorbeilaufen. Ich blickte also schnell zu Boden und hielt dezent die Hand nebens Gesicht, als müßte ich mich am Ohr kratzen. „Hoffentlich hat uns der Idiot von eben nicht gesehen“ raunte ich meinem Kumpan zu. „Wir sind dran vorbei“ erwiderte er. Ich blickte erleichtert auf. In diesem Augenblick lief der Verkäufer (offensichtlich aus der Mittagspause) direkt an uns vorbei, zurück in den Laden. Er musterte mich 0,1 Sekunden vernichtend und sagte genauso schnell, professionell und heuchellächelnd: „Guten Tag!“
Ich hörte richtig patschen, wie ich in das Fettnäpfchen getreten war.

Herrje, da fand ich es danach gar nicht mehr so schlimm, als mir an der vollen Bushaltestelle beim Griff nach dem Tempo der O.B. gleich mitrausgefallen ist. Komisch, wie die Leute guckten, als er an Ihnen vorbeirollte…

Zeit für URLAUB!!! :oD

Am Mittwoch bin ich wieder zurück und berichte von meinen Abenteuern in der Ferne! ;o)

Euer Ambitionsmaedchen

4 Stunden desperate housewife

April 9, 2007

Hallo Fans,

man, so ein doofes Ostern hatte ich noch nie! Mit meinem wunderschönen Moped (Doktor Suzuki) habe ich zwar die Sonne genossen, doch den Rest durch war ich sehr verdrossen.
Wie schön, was sich reimt. Jedenfalls stand ich heute Nachmittag vor folgenden mir einzig sinnigen Alternativen des Frustrationsausgleiches: Entweder mach ich meine Steuererklärung oder die Wohnung wird geputzt. Nun: so sauber wie jetzt glänzte das bescheidene Heim noch selten. Oder anders: Propers Meister Glatze quietscht nicht  so doll wie unser proper Fußboden!

Und ich dachte, es handle sich bei „Putzflash“ um ein Phänomen, dass der heterosexuellen Idealvorstellung entstammt… Jedenfalls ist jetzt alles wieder gut und ich „bleib ganz geschmeidig“ (vgl. 2Raumwohnung) :o)

Neben allen Überlegungen zu meinen neo-heterosexuellen Anklängen (es bleibt -ich weiß- bestimmt nur ein Zwischenspiel) freue ich mich doch sehr auf meinen anstehenden Kurztrip in eines der jüngsten Mitglieder der EU: Rumänien.

rumanien.jpg

Da schau ich doch einfach mal vorbei und sag „Grüß Gott“, oder besser:  „bunä siua“, da flutscht es nur so mit der Völkerverständigung!Hat eigentlich jemand zufälligerweise ein paar Tipps für Bukarest? Weil ich ja quasi schon assimilierter Schwabe bin, war ich doch glatt zu knausrig für einen Reiseführer… aber Student bin ich ja auch… die haben eh kein Geld! ;o)

Nur noch 3x schlafen :o)

Euer Ambitionsmädchen

18.07.2006 – Sonntag morgen war nur das Handy aus

April 1, 2007

Hallo Fans,

ich habe gestern die Ereignisse des vergangenen Sonntags erst noch wirken, sich deren Folgen erst in voller Pracht entfalten lassen.

Es fing alles Samstag Abend an. Ich war zu einem Geburtstag nach Nürnberg eingeladen. Gewohnt zu spät („kommt einfach um 19.30 h vorbei“) traf ich dort auch ein (21.00 h), und stellte gut gelaunt fest, dass die Grill-Wammerl (Scheinebauch) just im Moment in optimaler Bräunung (kurz vor der karzinogenen Schwärze) und Knusper-Konsistenz liebevoll serviert wurden. Die Partygesellschaft hielt sich bis spät in die Nacht, es wurde viel gelacht und geplaudert. Netterweise durfte ich bei der Gastgeberin im Gästezimmer nächtigen und dachte mir noch nichts, als ich am nächsten Morgen bemerkte, dass mein Handy leer ist.
Ich wurde noch zu lecker Brunch in Nürnberg eingeladen (An dieser Stelle sei mir ein kleiner Insider erlaubt: Tammi, das Trampolin war klasse, oder?!) und machte mich gen späten Nachmittag auf den Rückweg nach Stuttgart.

Etwa eine Stunde später zog gerade die Ausfahrt Crailsheim an mir vorbei  und ich war frohen Herzens denn der wenigen LKWs. Es ruppte nur ein bisschen beim Gasgeben. Keine 10 Kilometer weiter, ruppte es immer noch und ein kaum wahrnehmbares Geräusch („roflroflrofl“) drang vom rechten Vorderrad her. Natürlich habe ich gleich wie eine Frau reagiert und das Radio sofort lauter gestellt. Nach weiteren 10 Kilometer war das „roflroflrofl“ und ruppen nicht mehr zu ignorieren. Anzeichen leichter Sorgenfältchen auf der Stirn und nächster Parkplatz raus. Gut dass da gleich eine Clique postpubertierender Jungs stand, die mir auf ein hilfloses Lächeln, einen Fingerzeig und kompetenter Fehleranalyse („da, kaputt?! stinkt und raucht ein bisschen“) hin sofort einen Defekt des Radlagers bescheinigten. „Was bis Stuagadd no? Desch schaffe sie loggr! Koj Broblem! Fahredse halt koine Rennen uf da Strass – hahaha“

road01.gif

Also gut, sowas in der Art hatte ich mir schon gedacht, wäre schließlich auch nicht das erste Mal und außerdem: ich hatte ja keine andere Wahl! Qualifiziertere Auskunft war mangels Angebot nicht zu bekommen! Wie auch immer, ich fuhr rechts mit Tachonadel auf der Hundert und ließ mich geduldig von den (wir erinnern uns) wenigen LKWs überholen.
Das Geräusch wurde immer schlimmer. Die Zielgerade quasi schon vor mir fuhr ich gerade an der Ausfahrt Zuffenhausen vorbei. Da passierte es dann. Es tat einen Schlag, der Reifen blockierte und ich beförderte den Wagen sofort auf den Standstreifen. Gottseidank ist nichts passiert! Ich sprang sofort an den Kofferraum, holte das Warndreieck raus, stellte es ordnungsgemäß auf und versuchte mein Hyperventilieren in den Griff zu kriegen. Ganz ruhig, kein Problem, alles im Griff! Beifahrertür auf, Handy raus, Nummer wählen… Moment! Handy leer! Ok, keine Panik! Notrufsäule? Fehlanzeige! Lauf vor und versuch ein Auto anzuhalten. Gesagt getan, ich winkte, die Leute winkten zurück. Ich bedeute anzuhalten, die Leute fuhren etwas langsamer. Wirklich lange musste ich aber nicht warten und es war schließlich einer dieser Momente, indem ich dachte: „Danke lieber Gott, dass ich eine Frau bin, für einen Mann hält nie jemand an!“ Es war schließlich ein fescher Franzose, wie ich nach wenigen Sätzen feststellte. Nicht dass ich etwas französisch sprechen würde, doch wir kamen mit Englisch ganz gut zurecht. Er bestand leider beharrlich darauf, das Rad erst mal abzuschrauben und zu versuchen es selbst zu reparieren.

Weiß eigentlich irgendjemand was Radlager auf Englisch heißt? Ich hatte ehrlich Befürchtung, er versteht mich (ganz ganz!) falsch, wenn ich ihm mit den Händen vormache was ich meine. Selbstverständlich konnte er auch nur auf die Ölspritzer, das qualmende Lager und die heiße Felge zeigen. Schließlich war er es dann, der mir mit den Händen gestikulierte, das Radlager sei kaputt und schließlich konnte ich ihn dann doch noch überreden, mich kurz sein „Mobile“ benutzen zu lassen. Auch hier möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es sehr zeitaufwendig und nervenraubend sein kann, mit einem französischen Handy die deutsche ADAC Hotline zu erreichen. Eine Viertelstunde (in verschiedenen Warteschleifen!) und drei Weiterleitungen später konnte ich schließlich auch erklären, wo ich mich befinde und was ich als Schaden vermute.
Dem Franzoses war nicht mal nach Weiterfahrt zumute, als ich im erklärte, dass es nun wohl nicht mehr lange dauern würde, bis ich abgeschleppt werde. No No, er leistet mir noch Gesellschaft. Wie süß und er war wirklich sehr nett! Doch alles hat ein Ende und als eine halbe Stunde später mein Auto auf den Abschlepper gezogen wurde, dankte ich ihm nochmals herzlich („Oh no no, it was a pleasure!“). Natürlich würde ich seiner Einladung folgen und ihn in Frankreich besuchen! Wir umarmten uns und ich steckte den Zettel mit seiner Adresse ein.
Selbst als ich schon im Schlepper saß, winkte er mir noch beim Überholen. Hach! Deutschland, warum hast Du nicht solche Helden?! Der nicht minder freundliche Mann vom ADAC, brachte mein Auto zur Werkstatt und nahm mich sogar noch ein Stück mit, damit ich nicht so weit zur Bahn hatte. Am Hauptbahnhof Stuttgart angekommen stand ich vor dem nächsten Problem. Die Bahn fährt nur bis Esslingen. Wie sollte ich von dort aus nachhause kommen? Jemand mußte mich abholen kommen. Aber wie soll ich jetzt jemanden Bescheid geben? Ich kenne ja nicht mal die Handynummer meiner Liebsten auswendig! (Asche auf mein Haupt!) Kurzer Rundumblick, na klar, ich ruf von der Telefonsäule aus die Auskunft an. Das hatte ich mir ja schön gedacht! Wir stehen nämlich nicht im Telefonbuch. Nach vergeblichen Versuchen bei der 11833 wußte ich dann auch, dass wirklich(!) niemand(!) aus meinem Freundeskreis im Telefonbuch steht. In einem Fall war aber immerhin ein automatischer Anrufbeantworter dran. Könnte sein, dass das vielleicht(!) eine meiner Freundinnen gewesen wäre… Ich werd’s wohl nie wissen…
Von der Telefonsäule aus die Auskunft anrufen und durchgestellt werden kostet übrigens jedes mal 2,- Euro. Hochrechnen dürft ihr jetzt selber. Irgendwann konnte ich wenigstens bis zur Familie meiner Süßen durchgestellt werden und ihr ausrichten lassen, sie sollte mich bitte am Bahnhof abholen. Nein, sie kann mich nicht zurückrufen! Ja, mein Auto geht nicht mehr! Nein, ich hatte keinen Unfall! Nein, ich wurde auch nicht überfallen! Keine Sorgen machen.

Wieder zwei Stunden später war ich schließlich zuhause, 2 Minuten später im Bett.

8 Stunden für 200 Kilometer, mit viel Willen hätte ich es in der Zeit auch mit dem Fahrrad geschafft ;o)

Bis bald,
euer Ambitionsmädchen

P.S.: Achso, ob ich wirklich nach Frankreich fahre? Ich denke schon. Vielleicht nicht so bald, aber irgendwann… wenn mein Auto repariert ist ;o)

06.07.2006 – Flimmerndes Lesevergnügen

April 1, 2007

On a spring day you can find your way
to a little flower garden where the Googleheads play
You know they’re there by the clothes they wear
And their Googlehead faces and their Googlehead hair.

‘Cause they’re the Googleheads
They shake their doodleheads
They’re the goo-ga-goo-ga-goo-gah Googleheads.

– Laurie Berkner

Mit diesem wunderschönen (meines Wissens nach noch unvertonten) Liedgut beginnt das frei erhältliche Buch: „55 Ways to Have Fun With Google“

55ways.gif

Uneingeschränkt empfehlenswert für alle „Google-Heavyuser“, „Gelegenheits-Suchmaschinenbenutzer“ und überhaupt diejenigen, die ein bisserl was mit Internet am Hut haben ;o)

Als Download >> hier erhältlich.

So have fun! :o)

Euer Ambitionsmädchen


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